Vancouver 2010
Porträt
Whistler: Bären an der Bobbahn
Zweimal schon hat sich Whistler erfolglos für die Austragung olympischer Spiele beworben. Nun also kommt das Winterresort als Co-Host zum Handkuss.
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Whistler, rund 120 Kilometer nördlich von Vancouver entfernt, liegt eingebettet zwischen den Bergen Blackcomb Peak (2440 m. ü.M.) und Whistler Mountain (2182 m. ü.M.). Die Region Whistler-Blackcomb zieht jährlich rund 2 Millionen Touristen an und ist das grösste Skigebiet Nordamerikas. Selbstverständlich also, dass die alpinen Ski-Bewerbe hier stattfinden.
Sowieso werden die meisten Disziplinen in Whistler ausgetragen. Im «Olympic Park» kämpfen die Langläufer, Biathleten, Skispringer und Nordisch-Kombinierer um Edelmetall, im «Sliding Centre» finden Bob, Rodeln und Skeleton statt. Rund 2400 Athleten und Betreuer werden im Olympischen Dorf von Whistler einquartiert sein (Vancouver: ca. 2800). Medaillenzeremonien werden entgegen ersten Planungen nicht nur in Vancouver, sondern auch in Whistler abgehalten. Vancouver ist zwar die Olympia-Stadt, doch Olympias Herz schlägt in Whistler.
Noch mehr als in Vancouver, wo die Wettkämpfe in Hallen stattfinden, könnte sich das Klima in Whistler zum ganz grossen Problem entwickeln. Der Olympia-Monat Februar zählt im Schnitt nämlich 14 Regentage. Bei zehn Skirennen in 15 Tagen muss sich Petrus also von seiner besten Seite zeigen, damit das Ganze nicht in einem Terminchaos endet.
Mitte der 1960er-Jahre lebten nur etwa 25 Personen in Whistler. Dann wurde die Gegend als Wintersport-Destination entdeckt. 1966 fuhren die ersten Lifte, bereits 1968 wollte man die Olympischen Winterspiele austragen. Den Vorzug erhielt jedoch Grenoble. Eine weitere Bewerbung für die Spiele 1976 scheiterte ebenfalls.
Heute zählt der Skiort auf 670 Meter über Meer rund 10'000 Einwohner, dazu kommen im Winter unzählige Touristen. Benannt ist Whistler übrigens nach dem Pfeifen des Murmeltieres (engl.: to whistle).
Doch in der Region sind nicht nur Murmeltiere heimisch, auch Schwarzbären fühlen sich in und um Whistler herum besonders wohl. Nicht weniger als 71 Bären sind derzeit im unmittelbaren Umkreis des «Olympic Host Mountain Resort» registriert. «Meister Petz» liebt das Gras auf den Golfplätzen, und auf den Skipisten findet er im Sommer wunderbaren Klee.
Die Olympia-Bobbahn führt direkt durchs Bärengebiet und auch der Schiessstand der Biathleten steht dort. Und weil Bären je nach Futterlage in ihrem Terrain immer nur auf- und absteigen, jedoch nicht spontan in ein benachbartes Gebiet abwandern, könnte es durchaus sein, dass dann und wann mal ein zotteliger Genosse an der Bobbahn aufkreuzt.
(bon)
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