Vancouver 2010
Porträt
Vancouver: Wo die Berge das Meer küssen
Mit «Vancouver 2010» gastiert Olympia zum dritten Mal in Kanada. Die Stadt an der Westküste ist ein Schmuckstück - ihre Lage für die Austragung von Winterspielen aber nicht ganz unproblematisch.
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«By Sea, Land and Air we Prosper» - «Zu Wasser, zu Lande und in der Luft schaffen wir Wohlstand», so lautet das Leitmotiv Vancouvers. Und wer sich die Skyline der 620'000-Einwohner-Stadt im Südwesten der Provinz British Columbia ansieht, erblickt vor allem eines: Urbane Bauten umgeben von Wasser, Bergen und einem stahlblauen Himmel.
Doch der Himmel über der mit Agglomeration drittgrössten Stadt Kanadas kann auch grau und wolkenverhangen sein. So speziell die Lage Vancouvers am Fusse schneebepuderter Berge und ans Meer angrenzend, so problematisch sind die Wetterbedingungen in der Olympiastadt.
Im kanadischen Vergleich ist Vancouver die Stadt mit dem viertwärmsten Winter. Durchschnittlich fällt das Thermometer lediglich an 46 Tagen im Jahr unter den Gefrierpunkt, kälter als -10 Grad Celsius ist es lediglich an etwa zwei Tagen im Jahr.
Auch die Durchschnittstemperatur im Februar, wenn die Spiele stattfinden, ist mit knapp 5 Grad relativ hoch. All dies deutet nicht wirklich auf Winter-Spiele hin. Am meisten Sorgen dürften den Organisatoren aber die Niederschläge bereiten: Im Durchschnitt regnet oder schneit es im Februar in Vancouver an jedem zweiten Tag - keine idealen Bedingungen für Skirennen, auch wenn diese im rund 120 Kilometer entfernten Whistler stattfinden - wo die Regenstatistik jedoch auch nicht viel besser aussieht.
Dennoch ist die Vorfreude auf die dritten Olympischen Spiele in Kanada nach Montreal 1976 (Sommer) und Calgary 1988 (Winter) gross. Vancouver hat unendlich viel zu bieten und gilt als die schönste Stadt Kanadas. Einzigartig ist auch die Lage der «Glass City» (der Name stammt von den zahlreichen gläsernen Gebäuden). In nur einer Viertelstunde erreicht man den Grouse Mountain, Vancouvers 1'231 Meter hohen Hausberg, wo es sich im Winter Skifahren lässt.
Im Rücken der Stadt enden die hochaufragende Ausläufer der North Shore Mountains, im Vordergrund branded der Pazifik an die Stadtgrenze. In Vancouver gibt es einige Strände. Besonders der Spanish Bank Beach ist beliebt bei Kite Surfern und Sonnenanbetern. Berge, Strände und eine lebhafte Grossstadt - das ist es, was diese Olympiastadt so speziell macht und von anderen Austragungsorten unterscheidet.
Eine Perle im Pazifik ist Vancouver Island. Die vorgelagerte Insel ist fast so gross wie die Schweiz und in eineinhalb Stunden mit der Fähre von Vancouver aus zu erreichen. Vancouver Island bietet eine Vielfalt an Natursehenswürdigkeiten: letzte Teile des kanadischen Regenwaldes sowie Schwarzbären, Pumas, Wölfe, Wale, Robben und Otter.
Vancouver ist eine noch sehr junge Stadt, deren offizielle Gründung erst 1886 erfolgte. Benannt ist die Olympiastadt nach George Vancouver, einem britischen Captain, der die Region Ende des 18. Jahrhunderts erforschte.
Die erste Einwanderungswelle fand um 1860 statt, als Männer aus Kalifornien auf der Suche nach Gold nordwärts wanderten. Viele davon liessen sich in Vancouver nieder und lebten fortan von der Forstwirtschaft, dem Bergbau und der Fischerei.
Heute ist die Stadt vor allem ein Dienstleistungszentrum. Mit der Weltausstellung 1986 wurde Vancouver auch von Touristen entdeckt.
Vancouver ist eine äussert multikulturelle Stadt. Den grössten Ausländeranteil machen mit rund 30 Prozent die Chinesen aus, welche in zwei Einwanderungswellen in die Stadt am Pazifik strömten; während des Goldrauschs um 1860 und in den 1980er- und 1990er-Jahren vor der Übergabe Hongkongs an die Volksrepublik China. Vancouvers Chinatown ist nach jener in San Francisco die zweitgrösste in ganz Nordamerika.
Aber auch Inder, Japaner, Koreaner, Italiener und Griechen haben sich in Vancouver niedergelassen. 7,2 Prozent aller Ehen werden interkulturell geschlossen, was der höchsten Rate in Kanada entspricht.
Am 12. Februar werden in Vancouver die 21. Olympischen Winterspiele eröffnet. «With glowing hearts», «Mit glühenden Herzen», lautet das Motto der Spiele in der Stadt, wo die Berge und das Meer sich näher nicht sein könnten.
(bon)
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