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Gleitschirm
Chrigel Maurer - Schweizer triumphiert an X-Alps
Mit einer fantastischen Leistung hat der Berner Oberländer Chrigel Maurer den härtesten Gleitschirm-Wettkampf der Welt gewonnen. Maurer distanzierte seine Konkurrenz auf der Strecke von Salzburg nach Monaco um 160 Kilometer und mehr.
Der «Adler von Adelboden» wird Chrigel Maurer genannt. Warum, das hat er bei den X-Alps demonstriert. Den übrigen Teilnehmern blieb ob der taktischen und fliegerischen Meisterleistung nur das Staunen übrig.
Bei den X-Alps haben die Gleitschirm-Piloten in möglichst kurzer Zeit die rund 1400 Kilometer lange Strecke zwischen Salzburg und Monaco zurück zu legen, und dabei fünf Wegpunkte - darunter das Matterhorn und der Mont Blanc - zu passieren. Neben fliegen ist nur wandern erlaubt. Der Wettkampf verlangt den Athleten alles ab: neben fliegerischen Fähigkeiten und Kondition sind meteorologische Kenntnisse, eine perfekte Vorbereitung und vor allem eine gute mentale Verfassung gefragt.
Mit einer geschickten Routenwahl und starken Flugleistung hängte Maurer seine Konkurrenz schon in Österreich ab. Am Matterhorn baute er seinen Vorsprung aus. Einzig Alex Hofer, der Sieger der letzten beiden Austragungen, vermochte einigermassen mit Maurers Tempo mitzuhalten. Der in China lebende Schweizer wird das Ziel wohl als Zweiter erreichen.
Maurer, der vom Bergführer und Psychologen Thomas Theurillat am Boden im Bus begleitet und betreut wurde, schaffte es dank guter Routenwahl, fast 1000 Kilometer fliegend zurück zu legen. Am Ende war er so schnell unterwegs, dass Theurillat Mühe hatte, ihm mit dem Auto zu folgen.
Maurer genoss die letzte Teilstrecke sichtlich. «Das war der fantastischste Flug meiner Karriere», freute sich der 26-Jährige, als er nach zehnTagen in Monaco landete. Die gewaltige Leistung forderte jedoch auch ihren Tribut: «Das war alles am Limit. Mein Körper ist am Ende. Ich werde mich in den nächsten Tagen keinen Meter bewegen», so Maurer.
Mit dem Gewinn der X-Alps fügt Maurer seinem Palmarès einen weiteren grossen Titel hinzu. Seine Karriere hatte 2004 mit dem Gewinn der Schweizer- und der Europameisterschaft lanciert. Im selben Jahr brach er mit einem Flug über 323 Kilometer von Niesen ins österreichische Tösens den Streckenrekord für Europa. Zwischen 2005 und 2007 gewann er als erster Pilot dreimal in Folge den Gesamtweltcup.
Auch im Akro-Fliegen gehört Maurer zur Weltspitze. Im Mai dieses Jahres stellte er mit 210 Überschlägen einen neuen Infinity-Tumbling-Weltrekord auf. Das Manöver, eine Art Looping mit Belastungen von bis zu 6 G, gehört zu den schwierigsten überhaupt.
In diesem Jahr wagte Maurer dann den Schritt zur Teilnahme an den X-Alps - und zeigte sich selber und allen, dass der «Adler von Adelboden» auch an diesem Wettkampf am schnellsten und weitesten von allen fliegt.
(gaf)
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