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Super League

«Wir werden in der Super League bestehen können»

Freitag, 10. Juli 2009, 15:16 Uhr, Aktualisiert 11.07.2009, 9:14 Uhr

Nach einem Jahr in der Challenge League ist der FC St. Gallen wieder erstklassig. Über die Euphorie in der Ostschweiz und die Herausforderungen der neuen Saison spricht Philipp Muntwiler, ein «Aufsteiger beim Aufsteiger».

Muntwiler: Kunststücke künftig in der Super League.
Muntwiler: Kunststücke künftig in der Super League. (keystone)

Der 22-jährige Muntwiler hat sich in der Abstiegssaison 2007/08 als Stammspieler im defensiven Mittelfeld des FC St. Gallen etabliert. Letzte Saison trug der ehemalige Junioren-Internationale massgeblich dazu bei, dass die Grünweissen in 30 Challenge-League-Partien nur 22 Gegentore kassierten. Dass er auch offensive Wirkung hat, zeigte er mit seinem Doppelpack beim 4:0 über Lausanne Anfang Mai. Mit sieben Toren war er letzte Saison der vierterfolgreichste Torschütze St. Gallens.

Philipp Muntwiler: Ich habe eine unglückliche Bewegung gemacht und ein Ziehen in der Leiste gespürt. Ich wollte nicht das Risiko eingehen, länger auszufallen. Aber es ist nicht gravierend und ich kann am Sonntag gegen Basel spielen. Die Auswechslung war eine reine Vorsichtsmassnahme.

Ich hoffe schon. In den ersten Spielen kann uns die Euphorie vorwärtstreiben. Die Partie gegen Basel wird sicher ein Super-Spiel. Es ist bekannt, dass in St. Gallen eine besondere Begeisterung herrscht. Aber wir wissen auch, dass es nicht wieder eine Saison mit nur zwei Niederlagen geben wird. Das wäre zwar schön (lacht), aber realistisch ist es nicht. Die Zuschauer müssen sich damit abfinden, dass wir auch einmal zwei Spiele hintereinander verlieren. Ich hoffe, sie werden uns in jedem Moment unterstützen, auch wenn es mal nicht ganz läuft.

Wie jedes Team arbeiten wir stark im Ausdauerbereich. In der Super League geht es härter zu und her. Um gegen Teams mitzuhalten, die europäische Ambitionen haben, muss man noch einmal etwas mehr machen. Wir dürfen nicht nach 70 Minuten einbrechen. Trotzdem sind im Grossen und Ganzen die physischen, ausdauermässigen Vorbereitungen ähnlich geblieben. Mental muss man sich aber besser auf den Gegner einstellen. Das ist zum Glück nicht so schwierig, da wir jeden Gegenspieler kennen.

Wir sind uns bewusst, dass wir nicht wie letzte Saison – etwas überspitzt gesagt – 70 von 90 Spielminuten in der gegnerischen Hälfte verbringen können. Die Abwehr fängt bei den Stürmern an. Wir müssen alle noch konzentrierter defensiv arbeiten. Aber wir wollen weiterhin den Fussball zelebrieren. Bloss hinten zu stehen und die Bälle nach vorne zu schicken, ist nicht unsere Spielweise. Wir haben nicht viel zu verlieren und haben weniger Druck als vor einem Jahr.

Klar ist dieser Druck auch da, aber nicht gleich von Beginn an. In der Challenge League hätten wir es uns nicht leisten können, nach den ersten drei Spielen nur mit zwei oder drei Punkten dazustehen. Dieses Jahr haben wir 36 Spiele Zeit, um unser Ziel, den Liga-Erhalt, zu erreichen.

Ich bin überzeugt, dass wir mit den Spielern und als Team bestehen können. Es sind gute neue Spieler, sie haben sich rasch in die Mannschaft integriert. Es herrscht eine gute Stimmung und alle ziehen am selben Strick. Frick ist ein echter Leader, Frei und Nushi haben Super-League-Erfahrung. Es ist klar, dass wir kein so breites Kader wie der FCB haben können – aber ich bin mit der Teamsituation sehr zufrieden.

Ich will mich in allen Belangen weiterentwickeln. Vor allem aber möchte ich in dieser Liga gute Matches abliefern. Ich werde sicher für die Mannschaft da sein und bis zum Geht-nicht-mehr kämpfen.

(Interview: Boris Bögli)