Federer Special
Wimbledon
Federer gewinnt weiteren Klassiker!
Roger Federer hat in Wimbledon seinen 15. Grand-Slam-Titel erkämpft und damit die wichtigste Bestmarke des Tennis-Sports erobert. Der Schweizer rang in einem epischen Match den tapferen Amerikaner Andy Roddick mit 5:7, 7:6, 7:6, 3:6, 16:14 nieder.
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Nach 4 Stunden und 16 Minuten war es soweit. Federer übertraf mit dem verwerteten Matchball den unter den Zuschauern weilenden Amerikaner Pete Sampras und hält mit 15 Major-Siegen nun den wohl wichtigsten Rekord der Tenniswelt.
Seinen sechsten Titel in Wimbledon musste sich Roger Federer, der mit dem Erfolg den Verletzten Rafael Nadal wieder als Nummer 1 der Weltrangliste ablöst, allerdings hart erkämpfen. Der 27-Jährige benötigte eiserne Nerven, um den Amerikaner im 21. Direktduell (19:2-Siege) in fünf Sätzen niederzuringen. Das erste und einzige, sowie entscheidende Break gelang ihm dabei im fünften Satz zum 16:14.
Federer zeigte sich überglücklich: «Heute war das Glück auf meiner Seite. Es ist ein unglaublicher Moment in meiner Karriere. 15 Grand Slams, das ist einer der grössten Rekorde. Das heisst aber nicht, dass ich jetzt aufhören werde. Ich komme nächstes Jahr wieder», so Federer. Roddick zeigte sich gefasst: «Ich habe Glück, dass ich das miterleben durfte. Ich gratuliere Roger. Er ist ein wahrer Champion, der dies alles verdient hat.»
Der Startsatz verlief äusserst eng. Bis zum 5:5 bekundeten beide Finalisten keine Probleme bei ihren Aufschlag-Spielen, ehe der Amerikaner gute Nerven zeigte und insgesamt vier Breakbälle erfolgreich abwehren konnte. Und es kam noch schlimmer für den Schweizer: Roddick nutzte gleich die erste Service-Schwäche Federers nach 39 Minuten zum Satzgewinn (7:5).
Überhaupt zu keinen Breakchancen kam es im zweiten Satz. Und im entscheidenden Tiebreak machte die amerikanische Weltnummer sechs zunächst den besseren Eindruck. Denn nach einer 6:2-Führung schien der zweite Satzgewinn für Roddick nur noch Formsache. Doch eine Fehlerserie des 26-Jährigen im entscheidenden Moment brachte Federer zurück in die Partie. Er wehrte vier Satzbälle ab und nutzte seinerseits mit dem 8:6 routiniert die erste Möglichkeit zum Satzausgleich.
Im dritten Satz vermochte Roddick die erste heikle Situation beim Stand von 2:3 zu überstehen. Es blieb die einzige Break-Gelegenheit des Umgangs. Dennoch behielt der Schweizer das bessere Ende - erneut im Tiebreak - für sich. Nach einem 3:6-Rückstand kämpfte sich der Amerikaner zwar nochmals auf 5:6 heran. Die dritte Chance zum Satzgewinn liess sich Federer jedoch nicht mehr entgehen.
Doch trotz der zwei knappen Satzverlusten gab sich der Final-Aussenseiter nicht geschlagen und wurde mit einem Break zum 3:1 belohnt. Das reichte dem überzeugend aufschlagenden Roddick zum Ausgleich. In nur 33 Minuten konnte er den vierten Satz mit 6:3 für sich entscheiden.
Ein Nervenspiel war der entscheidende Satz. Zuerst hatte Roddick beim Stand von 6:6 zwei Breakbälle, die der Schweizer allerdings bravourös abzuwehren vermochte. Es dauerte schliesslich 95 Minuten (!) bis Federer den entscheidenden Satz mit besagtem ersten Matchball für sich entscheiden konnte.
Federer gratulierte auch seinem Konkurrenten Andy Roddick und fand tröstende Worte: «Andy hat ein fantastisches Turnier gespielt. Sei nicht traurig, letztes Jahr habe ich in fünf Sätzen verloren. Du wirst wiederkommen und gewinnen. Das hoffe ich!»
Quasi im Vorbeigehen hat Federer drei weitere Rekorde gesammelt. Die 77 Games gegen Roddick bedeuten neuen Rekord in der Geschichte der Grand-Slam-Finals. Die bisherige Bestmarke war 1927 an den Australian Open mit 71 Games aufgestellt worden. Auch die alte Bestmarke in Wimbledon aus dem Vorjahr (62 Games bei Federer-Nadal) wurde pulverisiert. Rekord bedeutet auch der Schlusssatz mit 30 Games (bisher 20 Games von den French Open 1927).
(dsc/koem)
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