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Fabian Cancellara hat seine gute Ausgangslage einmal mehr genutzt und die gesamte Konkurrenz im Zeitfahren über 15,5 Kilometer im Fürstentum an der Côte d’Azur überlegen distanziert. Der Lohn ist der insgesamt fünfte Etappensieg in Frankreich und der zehnte Tag im Maillot jaune, das er am Sonntag auf der 2. Etappe von Monaco nach Brignoles ausführen wird.
Konkurrenz deutlich distanziert
Die Abstände zeigen die Überlegenheit Cancellaras deutlich auf: Der zweitplatzierte Tour-Top-Favorit Alberto Contador lag 18 Sekunden hinter dem Olympiasieger von Peking, die Differenz zwischen dem Spanier und Vincenzo Nibali aus Italien auf Rang 9 beträgt danach weitere 20 Sekunden.
Cancellara zeigte sich nach seinem Sieg hochzufrieden: «Wieder im Maillot jaune fahren zu können, das ist eine grosse Sache für mich, für meine Mannschaft und für meine Familie. Ich bin stolz auf dieses Maillot.» Zu Beginn der Saison sei er nach Krankheit und Verletzung in einem Tief gewesen, aber er sei Profi und habe immer vorwärts geschaut, so Cancellara weiter: «Heute wissen alle wieder, Cancellara ist stark, der Cancellara ist zurück wie man ihn kennt!»
Er habe gewusst, dass es für die Konkurrenten schwer sein würde, ihn in Monaco zu besiegen, wenn er sein Können voll abrufe. Es sei ihm klar gewesen, dass er nach seinen Siegen an der Tour de Suisse und an der Schweizer Meisterschaft auch Favorit für den Tour-Auftakt sei.
«Cancellara ist ein grosser Champion»
Dem mochte auch der geschlagene Contador nicht zu widersprechen: «Ich bin überhaupt nicht enttäuscht, sondern sehr zufrieden mit diesem Resultat. Cancellara ist ein grosser Champion», erklärte der 26-jährige Tour-Sieger von 2007, dem es gelang, seine internen Astana-Rivalen hinter sich zu lassen. Contador wird am Sonntag mit dem Bergpreistrikot starten dürfen, das er sich mit der besten Zwischenzeit am Ende des Anstiegs zur Côte de Beausoleil gesichert hatte: «Ich möchte die Farbe des Trikots gerne tauschen...» gab er zu Protokoll.
Keine Sprint-Bonifikationen
Vorläufig dürfte dieses aber auf den Schultern von Cancellara verbleiben, sofern das Saxo-Bank-Team in den nächsten Tagen gewillt ist, das Maillot zu verteidigen und etwelchen Ausreissergruppen hinterherzujagen. Denn vor den (sowieso weit distanzierten) Sprintern braucht sich Cancellara nicht zu fürchten, es gibt an der Tour 2009 keine Bonifikationen. Vorerst habe man sich das Mannschaftszeitfahren von Dienstag in Montpellier als Horizont gesetzt, erklärte der erste Leader der Tour 2009.
Cancellara hat mit seinen Erfolgen der letzten Wochen auch international für Aufsehen gesorgt. Die französische Sportzeitung «L’Equipe» führt den zweifachen Zeitfahr-Weltmeister in ihrer Favoriten-Liste zur Tour gar unter dem Titel Aussenseiter. Denn wer in den Alpen mit Roman Kreuziger mitkomme, für den müssten auch die Pyrenäen nicht zwingend ein zu grosses Hindernis sein.
Cancellara erklärte, ab den Pyrenäen stelle er sich voll in den Dienst der Schleck-Brüder. Doch manchmal kommt ja alles ganz anders. Mittlerweile gewinnt er auch Rennen, vor denen er den Sieg nicht angekündigt hat. Siehe Tour de Suisse.
(ac)
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