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Tour de France

Cancellaras riesiges Selbstvertrauen

Freitag, 3. Juli 2009, 23:07 Uhr, Aktualisiert 04.07.2009, 13:15 Uhr

Seine Gegner müssen sich warm anziehen: Fabian Cancellara fühlt sich zum Tour-Start mit dem Zeitfahren in Monte Carlo (am Samstag live auf «SF zwei») «zu 100% bereit». Damit erklärt sich der Olympia-Sieger selbstredend zum Top-Favoriten auf das erste Maillot jaune.

Cancellara bringt eine Menge Selbstvertrauen nach Monaco.
Cancellara bringt eine Menge Selbstvertrauen nach Monaco. (Reuters)

Mit dem Gesamtsieg an der Tour de Suisse habe er die letzten fehlenden Prozente seines Selbstvertrauens wieder aufgeholt, die er nach dem schwierigen Frühling verloren habe. Da hatte er mit Krankheiten sowie Verletzungen zu kämpfen und musste gar eine zweiwöchige Trainingspause einlegen.

Die jüngsten Ergebnisse des Prolog-Siegers von 2004 und 2007 haben Spuren hinterlassen: In seinem Team Saxo-Bank nimmt der Berner bei Teamchef Bjarne Riis eine wichtige Rolle ein. «Erstes Ziel ist das Leadertrikot. Fabian sollte es schaffen, er hat viel Selbstvertrauen gewonnen», heisst es von Riis.

Und der Angesprochene unternimmt nichts, um den Erfolgsdruck zu schmälern. Im Gegenteil: Gefragt nach seinen gefährlichsten Gegnern für die 15,5 Kilometer lange Startetappe, meint Cancellara: «Millar, Contador, Evans sind im Dauphiné-Zeitfahren gut gefahren. Aber sonst… ? Mein Problem ist, dass mir keine Namen in den Sinn kommen, weil ich der einzige bin, der mich schlagen kann.»

Bereits gewonnen ist der Auftakt zur 96. Tour de France freilich noch nicht. Die Strecke im Fürstentum, die teilweise über den berühmten Formel-1-Kurs führt, birgt einige Schwierigkeiten. Zum einen wäre da der rund sieben Kilometer lange Aufstieg gleich nach dem Start, dessen 200 Höhenmeter mit einigen hohen Steigungsprozenten durchsetzt sind. Und zum anderen die rasante Abfahrt. Testfahrer schätzen, dass am Samstag die Spitzenfahrer dort bis zu 100 km/h erreichen werden.

Spätestens seit dem Olympia-Sieg in Peking auf coupiertem Gelände ist Cancellaras Respekt vor kleine(re)n Aufstiegen aber geschwunden. Mehr Gefahr geht für ihn deshalb von der Abfahrt aus: «Es ist ein sehr technischer Parcours, da darf ich mir keinen Fehler erlauben.» Am Freitag hat er sich deshalb die gefährlichsten Stellen nochmals genau angeschaut.

Sollte Cancellara seine eigene Zielvorgabe wie so oft erreichen, so rückt für ihn ein anderes Ziel in den Blickpunkt: Das gelbe Trikot so lange wie möglich zu verteidigen. Zusammengerechnet führte er während sieben Tage das illustre Fahrerfeld an. Nun sollen mindestens drei weitere Tage bis zum Mannschaftszeitfahren dazu kommen. Wenn alles optimal läuft, rechnet man im Team sogar damit, das begehrte Leibchen bis zur ersten Bergankunft am Freitag zu verteidigen.

Davon mag der frischgekürte Schweizer Strassenmeister allerdings (noch) nicht sprechen. Er setzt sich lieber Ziele, die er aus eigener Kraft erreichen kann - und dabei ist er bekanntlich einer der Besten.

(koem)