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Cupfinal

Die Serien finden ihre Fortsetzung

Donnerstag, 21. Mai 2009, 11:59 Uhr, Aktualisiert 14:29 Uhr

Der FC Sion bleibt der Cup-Spezialist schlechthin. Auch bei seiner elften Final-Teilnahme blieb dem Gegner nur das müssige Gratulieren. Für die Berner Young Boys verlängert sich die titellose Zeit um mindestens ein weiteres Jahr. Was bleibt, ist die Erkenntnis, in wichtigen Spielen zu versagen.

Freud (El-Hadary) und Leid (Ghezal) (keystone)

Es war angerichtet: Der Final im heimischen Stadion, der Kunstrasen als gewohnte Unterlage und die Rolle des grossen Favoriten. Alles war bereit für YB - nur die Mannschaft war es nicht, ein weiteres Mal in einem entscheidenden Spiel.

Das offensive 3-4-3-System von YB-Trainer Vladimir Petkovic hat den Fans in dieser Saison viele Tore beschert. Aber eben nicht nur den Bernern, sondern auch den Gegnern. Meist offensiv top, floppte die Abwehr schon etliche Male in dieser Saison. Auch im Cupfinal war dies nicht anders. Sinnbildlich das ungenügende Abwehrverhalten von Miguel Portillo beim dritten Sion-Treffer, als sich der Argentinier von Guilherme Afonso ausspielen liess. Was fehlt ist klar: ein Abwehrpatron, der die wacklige Hintermannschaft zusammenhält.

Die Offensivabteilung der Berner schoss zwar auch im Final Tore, doch ohne Sions gütiger Mithilfe beim Elfmeter und dem Eigentor wäre es wohl zu keinem Berner Torjubel gekommen. Die Sturmreihe der Young Boys blieb über die gesamte Spielzeit blass, ideenlos und schien gehemmt. Torchancen waren eine Seltenheit.

Auch aus diesem Grund war der Sieg Sions verdient. Die Walliser hatten mehr Feuer und Leidenschaft in ihrem Spiel. Der 1:2-Anschlusstreffer von Sion kurz vor der Pause nahm YB die Lockerheit. Das Berner Spiel war in der Folge geprägt von Ängstlichkeit und Hemmung. Nichts mehr war zu sehen von der geballten Offensivkraft.

Das Warten auf einen Titel geht in der Hauptstadt weiter. Letztmals konnten die Berner 1987 den Cup (gegen Servette) gewinnen. Wie bereits im vergangenen Jahr, war YB im entscheidenden Spiel nicht auf der Höhe. Vor rund zwölf Monaten vergaben die Hauptstädter in Basel bei der «Finalissima» ihre Chance auf den Meistertitel, nun diejenige auf den Cup-Pokal.

Das pure Gegenteil in Sachen Effizienz in Finalspielen ist der FC Sion. Die Walliser blieben auch in ihrem elften Cupfinal siegreich, eine schier unglaubliche Bilanz. «Lieblingsgegner» im Endspiel ist YB: 1980, 1991, 2006 und 2009 gewann Rot-Weiss gegen Gelb-Schwarz. Zu lange werden die Spieler ihren Erfolg allerdings nicht auskosten können, denn bereits am Sonntag steht in Vaduz der Meisterschaftsalltag wieder vor der Türe. Sion weist zwei Runden vor Schluss nur einen Punkt Reserve auf den Barrage-Platz auf.

(jäg)