Fussball
Cupfinal
Die grosse Freude und der tiefe Schmerz
Egal ob Ostermontag, Pfingstmontag oder ein Mittwoch vor Auffahrt – wenn der FC Sion zum Cup-Final in die Hauptstadt reist, dann verlässt er sie ein paar Stunden später auch als Sieger. So auch im Final 2009, dem elften Auftritt der Walliser Cup-Könige in einem Endspiel seit 1965.
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Es gebe kein Geheimnis für diese Serie, meinte Stéphane Sarni, der Torschütze zum 2:2 nach dem 3:2-Sieg über YB, man müsse nur in die Runde sehen: «Der Kanton und seine Leute, das ist die Erklärung. Die Spieler werden dadurch zusammengeschweisst. Es war wie 2006 schon und das wird sich nie ändern. Der Cup ist ein Anlass, der uns gehört», so der Verteidiger, der in der 33. Minute eingewechselt worden war.
Siegtorschütze Guilherme Afonso konnte sein Glück kaum fassen: «Ich hätte nie gedacht, dass ich jemals so bewegende Momente erleben könnte. Meine Freude ist unbeschreiblich», sagte der Genfer, der nach 88 Minuten die Pokal-Träume von YB mit einem Schlag zunichte machte.
Afonso hatte nach Pass von Goran Obradovic zunächst YB-Verteidiger Miguel Portillo aussteigen lassen, ehe er alleine auf YB-Goalie Marco Wölfli zulief und diesem keine Chance liess: «In einer solchen Situation überlegt man nicht viel. Man packt seine Chance. Was da genau passiert, das begreift man erst wenn es passiert ist», so der 23-Jährige, der erst Ende Januar aus den Niederlanden ins Wallis gekommen war.
Weiter erzählte Afonso, dass sie in den vergangenen Tagen von ehemaligen Cupsiegern des FC Sion eingeschworen wurden: «Aber man kann es erst verstehen, wenn man es selber erlebt hat. Wir wurden auf dem Feld von einem aussergewöhnlichen Publikum unterstützt.»
Sehr versöhnlich zeigte sich nach Abpfiff auch der umtriebige Sion-Präsident Christian Constantin. Er lobte den Gegner und insbesondere Schiedsrichter Claudio Circhetta, dessen Unparteilichkeit in den Tagen vor dem Match ein Thema war. Der Ref habe hervorragend gepfiffen und er habe ihm bereits gratuliert, so Constantin.
Bei YB herrschte nach dem vergebenen 2:0-Vorsprung grosse Ratlosigkeit: «Wir haben wirklich alle Karten in der Hand gehabt. Aber wir haben es verpasst, den Match zu 'killen'», klagte Coach Vladimir Petkovic. «Wir haben in der Folge den Rhythmus verloren und Sion ist perfekt zurückgekommen. Aber ein 2:0 – das darf man niemals aus der Hand geben.»
Weniger gesprächig war der Berner Flügelflitzer Alberto Regazzoni, vor drei Jahren mit Sion noch Cupsieger gegen YB: «Mir fehlen die Worte, ich weiss nicht was passiert ist. Aber diesen Match hätten wir gewinnen müssen, 23 Jahre ohne Titel sind genug.»
(ac)
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