Fussball
Cupfinal
Ein Duell mit viel Geschichte
Bereits zum vierten Mal stehen sich die Young Boys und Sion im Final des Schweizer Cups gegenüber. Ein Blick zurück zeigt: Das Duell zwischen den Bernern und den Wallisern hat viel(e) Geschichte(n).
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Dass YB-Sion heute als «halbes» Derby gilt und sich der Fananhang beider Klubs nicht wirklich gut versteht, liegt primär am Cup-Final vom 2006. Sion-Präsident Christan Constantin heizte die Stimmung bereits im Vorfeld an, als er öffentlich die Spielberechtigung des YB-Spielers Everson anzweifelte. Einige strittige Schiedsrichterentscheidungen im Final sowie das entscheidende Elfmeterschiessen sorgten am Ende dafür, dass der Final von 2006 als einer der emotionalsten in die Geschichte einging. Aber auch die anderen zwei Finalaffichen YB-Sion hatten es bereits in sich.
Die Rollen waren vor dem Final 2006 klar verteilt. Sion trat als Unterklassiger und damit als klarer Aussenseiter an. Und das Spiel begann, wie allgemein erwartet wurde: YB konnte das Spieldiktat sofort an sich reissen und ging in der 16. Minute durch Carlos Varela folgerichtig in Führung. Die Wende kam in der 30. Minute: Schiedsrichter Reto Lutz zeigte YB-Verteidiger Steve Gohouri unter wütenden Protesten von Spielern und Fans wegen einer Notbremse die Rote Karte. In der nun aufgeladenen Atmosphäre glaubten die Walliser immer stärker an den Sieg. Goran Obradovic schliesslich traf per Freistoss in der 55. Minute zum Ausgleich. Im Elfmeterschiessen vergab João Paolo als Einziger - Sion war als erstes unterklassiges Team Schweizer Cupsieger.
Der Final 1991 sollte als einer der spektakulärsten und dramatischsten in die Schweizer Fussball-Geschichte eingehen. 2:0 führte YB zur Pause. Die Gelb-Schwarzen starteten furios, mit drei Eckbällen, drei Chancen und einem Tor durch Georges Bregy in den ersten sieben Minuten. Kurz vor dem Pausenpfiff erhöhte Dario Zuffi zum 2:0. Sion war in der ersten Halbzeit kaum aus seiner Hälfte gekommen - YB spielte wie entfesselt. Und doch endete der Match mit einer Berner Niederlage. Sion kam wie verwandelt aus der Kabine, schnell zu Chancen und auch zu Toren: Die eingewechselten David Orlando (50. und 78. Minute) und Alexandre Rey (79.) schossen drei Tore zum 2:3.
Im ersten Final-Duell zwischen Sion und den Young Boys brachte Alain Balet die Walliser bereits in der 7. Minute durch einen herrlichen Flugkopfball in Führung. Nur drei Minuten später glich Roland Schönenberger mit einem direkt verwandelten Freistoss für die Berner aus. Sion blieb aber auch mit der Unterstützung der rund 25‘000 Walliser Fans im Wankdorf spielbestimmend (Eckball-Verhältnis: 9:1!) und kam in der zweiten Halbzeit zum Siegtreffer: Guy Mathez traf völlig freistehend aus sieben Metern ins Tor. Es war Sions dritter Cupsieg und der erste Titel für Jung-Trainer Daniel Jeandupeux.
(fel)
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