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Interview

«Goalies brauchen eine enorme mentale Vorbereitung»

Freitag, 8. Mai 2009, 10:00 Uhr, Aktualisiert 10:13 Uhr

Wladislaw Tretjak ist die Torhüter-Legende schlechthin. Zehnmal gewann er mit der Sowjetunion WM-Gold. Im Interview blickt der heutige russische Verbandspräsident auf seine Karriere zurück und äussert sich über die Trainingsmethoden in Sowjetzeiten und das Schweizer Eishockey.

Russlands Verbandspräsident Wladislaw Tretjak.
Russlands Verbandspräsident Wladislaw Tretjak. (reuters)

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Wladislaw Tretjak: Schwierig zu sagen, es gab so viele... Einen der schönsten Siege feierte ich aber an der WM 1971 in Bern. Die Sowjetunion schlug Schweden 8:0 und wir gewannen Gold. Erwähnen möchte ich auch den Finalsieg über Kanada am Canada Cup 1981 oder den WM-Titel 1983 in Deutschland.

Das ist tatsächlich die schlimmste Niederlage meiner Karriere. Trainer Viktor Tichonow wechselte mich nach dem 1. Drittel beim Stand von 2:2 aus. Er hat damit einen Coaching-Fehler gemacht, das hat er später selbst zugegeben. Wir dachten nach 20 Minuten, dass es sich nur um eine vorübergehende Baisse gehandelt habe und dass wir das Spiel gar nicht verlieren könnten. Doch dann geschah das «Miracle on Ice».

Ich hatte zu diesem Zeitpunkt schon viele Titel gewonnen. Ich hätte gerne in der NHL gespielt und den Stanley Cup geholt. Aber im Leben kann man nicht immer alles haben.

Das hätte ich gerne gemacht. Zumindest traten wir mal gemeinsam in einem Film auf, als er Moskau besuchte.

(lacht) Dank meiner Gesundheit und einem guten Stück Disziplin. Im Rückblick denke ich, dass es etwas übertrieben war, was man von uns verlangt hat. Es wäre gar nicht nötig gewesen, uns so hart arbeiten zu lassen.

Von den Feldspielern unterscheidet uns, dass wir 60 Minuten auf dem Eis sind. Das braucht eine enorme mentale Vorbereitung.

Alexander Jeremenko, Ilja Brysgalow und Wassilj Koschetschkin sind alle exzellente Torhüter und verhalten sich sehr professionell. Ich bin sehr zufrieden mit ihnen.

Genau. Dass wir ausgerechnet gegen Kanada gewinnen konnten, und dies zum 100-Jahr-Jubiläum des internationalen Verbandes, machte es sogar noch spezieller. Aber eigentlich hätten wir schon 2007 in Moskau gewinnen sollen. Die Halbfinalniederlage gegen Finnland in der Verlängerung war auch Pech.

Im Vergleich zu meiner Aktivzeit sind grosse Fortschritte erzielt worden. Die Ausbildung scheint mir sehr effizient zu sein. Die Ergebnisse zeigen sich im Champions-League-Sieg der ZSC Lions. Das war eine enorme Überraschung. Was die Nationalmannschaft betrifft, hatte sie grosse Mühe an der WM, vielleicht wegen der Nervosität zu Hause zu spielen. (Interview: Michaël Taillard, tsr.ch / Übers.: boe)