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Schweizer Nationalmannschaft

Ein Ende mit Symbolcharakter

Dienstag, 5. Mai 2009, 0:54 Uhr, Aktualisiert 06:24 Uhr

Zum Schluss erklang des Sieges wegen die Schweizer Hymne. Solch enttäuschte Gesichter der Spieler begleiteten den Psalm wohl noch nie. Die Fans gaben im Gegensatz dazu noch einmal alles und sangen kräftig mit. Ein letztes Mal für den WM-Gastgeber - das Ziel wurde klar verfehlt.

Die USA drückten die Schweiz trotz Niederlage zu Boden.
Die USA drückten die Schweiz trotz Niederlage zu Boden. (keystone)

Das Ende war hart. Die Schweizer kämpften die USA nieder, doch der Effort kam – weil in der Verlängerung - zu spät. Es ist der bitterste Erfolg gegen eine Top-Nation in der Ära Ralph Krueger. Diese Grausamkeit des Ausscheidens haben die tapfer kämpfenden Schweizer nicht verdient, doch es passte nahtlos in die «verknorzte» WM der «Eisgenossen».

Sieger stehen nach Niederlagen auf. Die Schweizer zeigten gegenüber dem desolaten Auftritt gegen die Schweden eine markante Steigerung. Das Publikum zeigte sich versöhnt, verlangte eine Ehrenrunde und applaudierte lautstark. Kaufen können sich die Schweizer damit nichts. Die Viertelfinals, das deklarierte Minimalziel, wurde verpasst.

«Mir fallen keine Worte ein», sagte ein masslos enttäuschter Roman Wick nach den Gründen des Scheiterns gefragt. Sein Siegestor in der Verlängerung bedeute ihm «absolut gar nichts». Nach Sekunden des Nachdenkens wusste er dann doch, wo die Schweiz die Viertelfinal-Qualifikation verspielt hatte: «Das verlorene Spiel gegen Lettland ist der Grund. Da haben wir alles verspielt.»

Die 36. Minute im Spiel gegen die USA war sinnbildlich für den gesamten WM-Auftritt der Schweizer. Da trifft Thomas Ziegler mit seinem einzigen Torschuss der Partie nur den Pfosten, neun Sekunden später kullert die Scheibe hinter Martin Gerber über die Torlinie. Die Tatsache, dass der von Christopher Higgins abgegebene Schuss im besten Fall ein Schüsschen war, machte den Moment noch bitterer. Gerber zog im Spiel der letzten Chance einen unglücklichen Abend ein.

Stolz sei er auf seine Mannschaft, sagte Nati-Trainer Krueger, «weil nach dem schwachen Spiel gegen Schweden eine Steigerung gelungen ist. Aber der Sieg ist mit seinen Folgen schmerzhaft.» Das Wichtigste sei jedoch die Nachricht vom Krankenhaus. «Julien Sprunger geht es besser. Er spürt seine Beine wieder. Wir haben für ihn gekämpft, wir wollten für ihn siegen.»

Die Schweizer waren nach dem Schweden-Spiel vielerorts bereits abgeschrieben worden. Doch die Mannschaft zeigte gegen die USA Charakter. «Dieses Team ist ausgezeichnet. Aber es verstand es nicht, mit dem Druck umzugehen», musste auch Krueger eingestehen. Die Schweiz ist aufgestanden – aber stehen geblieben. Sieger scheitern nicht vor den K.o.-Spielen.

(Philippe Jäggi, Bern)