Eishockey
NLA
Das war spannend – und wird so bleiben
Im letzten aller möglichen Playoff-Finalspiele wurde mit dem HC Davos der Schweizer Meister erkoren. Die Serie war geprägt durch Spannung und Ausgeglichenheit. Letzteres dürfte in der kommenden Saison an der Liga-Spitze wohl noch konzentrierter auftreten.
Artikel bewerten
Artikel teilen
Der frisch gebackene Meister aus Davos musste über das Maximum von 21 Playoff-Partien gehen, um den Pott ins Landwassertal zu holen. Dem Ausscheiden waren die Bünder vor allem im Halbfinale gegen Fribourg nach einem 1:3-Rückstand in der Serie nahe. Die Davoser-Fans mussten leiden wie nie zuvor – und können nun, zum bereits vierten Mal seit 2002, meisterlich feiern.
Die Intensität und die spielerische Klasse mag in Finalspielen schon höher gewesen sein, doch an Dramatik und Spannung sind noch nicht viele Entscheidungen an die Serie zwischen Kloten und Davos herangekommen. Mithalten kann da sicher der Final aus dem Jahr 2007, als Davos den SC Bern in sieben Spielen und einem 1:0 im siebten Spiel niederrang.
Ein Merkmal, das immer mehr zum Vorschein kommt, ist die Ausgeglichenheit der Playoff-Mannschaften. Der Europacup-Sieger Zürich schied gegen das siebtplatzierte Fribourg aus, der Quali-Sieger Bern gegen die im letzten Moment noch in die Playoffs gerutschten Zuger. Auch ein Jahr zuvor hatten mit Bern (1.) und Kloten (3.) zwei Top-Teams bereits im Viertelfinal ihre Meisterträume jäh begraben müssen. Es gibt sie nicht mehr, die unschlagbaren Mannschaften wie einst Lugano in den späten 80ern oder Kloten in den 90ern.
Die Ränge eins bis vier nach der Qualifikation werden mit dem Heimvorteil in den Playoffs belohnt. Doch von diesem «Zückerli» wurde unterschiedlich profitiert. Die finale Serie zwischen Davos und Kloten ist mit fünf (!) Auswärtssiegen en suite beendet worden. 18 der insgesamt 39 Playoff-Partien sind an die Gäste-Teams gegangen, was 46.2 Prozent sind.
In der Saison 07/08 (32.5%) und 06/07 (23.8%) waren es noch deutlich weniger. Ob es am grösseren Druck liegt, den die Mannschaften vor dem eigenen Publikum haben, oder an der abnehmenden Bedeutung des letzten Wechsels, den der Heimvorteil mit sich bringt, wird schwierig zu eruieren sein.
Trotz den Abgängen von Topskorer Michel Riesen, Florian Blatter und Andreas Furrer (alle Lakers), Reto Berra (Biel) und Robin Leblanc (Fribourg) dürfte die HCD-Ausgabe 08/09 auch nächste Saison ein gewichtiges Wort im Meisterrennen mitreden. Von den Ausländern haben nur Josef Marha und Alexandre Daigle einen weiterlaufenden Vertrag. Scharfschütze Petr Sykora und Lee Jinman waren nur ausgeliehen, Petr Taticek hat sich mit zuletzt guten Leistungen für einen neuen Kontrakt aufgedrängt.
Einiges gut zu machen hat nach zwei Viertelfinal-Outs der SC Bern, für den auch in der nächsten Spielzeit nur der Titel gut genug sein kann. Der Meister Europas, die ZSC Lions, werden vor allem den Weggang von Severin Blindenbacher zu Färjestad zu kompensieren haben. Kein Prophet muss man sein, um Kloten eine gute Zukunft vorherzusagen. Kann Roman Wick, der die NHL anvisiert hat, gehalten werden, sind alle Schlüsselspieler auch nächste Saison an Bord der Flieger. Gut möglich also, dass auch in zwölf Monaten Überraschungen und spannungsgeladene Playoff-Partien in den Schweizer Eishockey-Stadien Einzug halten. (jäg)
Meldungen im Tagesverlauf
- Um 20.00 Uhr live: Schweden-Tschechien
- Cupfinal in Bern endet ohne grössere Zwischenfälle
- Sommers starke Paraden, Huggels perfektes Drehbuch
- Peter Bichsel: Preis für Lebenswerk
- Basel holt Cup im Penaltyschiessen
- Einige griechische Banken kriegen kein EZB-Geld mehr
- Liverpool entlässt Trainer Dalglish
- Preisüberwacher entrüstet sich über Pharmaindustrie
- Auch Wawrinka im Rom-Achtelfinal
- Carlos Fuentes ist tot: Mexikos Literat mit Weltformat
- Frostwarnung: Temperaturen gehen auf Talfahrt
- Merkel wirft Röttgen aus dem Kabinett
- Schilderungen von Gräueltaten prallen an Mladic ab
- Expo Milano 2015 kostet Schweiz 23 Millionen
- Bundesrat will nicht vom Volk gewählt werden
- Das letzte Bier im Haus auf Rollen








