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Rückblick Val d'Isère 2009

3x2 = 6 Medaillen = Triumph

Montag, 16. Februar 2009, 10:19 Uhr, Aktualisiert 10:39 Uhr

Die Swiss-Ski-Delegation hat in Val d’Isère geglänzt. Sechsmal Edelmetall ist gleich bedeutend mit dem Triumph im Medaillenspiegel. Gewürdigt werden dürfen drei Schweizer Ski-Stars: Didier Cuche, Lara Gut und Carlo Janka.

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Die Schweizer Highlights

Erster im Medaillenspiegel - vor Österreich! 1989 in Vail war dies dem Schweizer Team letztmals gelungen. Es folgten hinter den östlichen Nachbarn Jahre der Tristesse im Weltcup und an Weltmeisterschaften - mit dem Tiefpunkt in Bormio, als die stolze Ski-Nation Schweiz ohne eine Medaille nach Hause reisen musste.

Die Schweizer Resultate in den französischen Alpen dürfen auf diesem Hintergrund ganz einfach freudig zur Kenntnis genommen werden.

Er hat in Val d’Isère am zweiten Wettkampftag im Super-G für den befreienden Schweizer Auftakt gesorgt: Didier Cuche. Auf der extrem schwierigen Eisbahn «Face de Bellevarde» siegte der Neuenburger souverän mit einer Sekunde Vorsprung und nahm den grossen Erfolgsdruck vom Swiss-Ski-Team.

In der Abfahrt fehlten in bester Cuche-Manier mickrige vier Hundertstel zum zweiten Gold. Doch der routinierte Cuche, der seit 17 Jahren die Weltcup-Pisten bezwingt, freute sich an Silber und ärgerte sich nicht über das verpasste Gold. Früher war das anders gewesen.

Noch pointierter zeigte sich der «neue Cuche» nach dem Riesenslalom, in dem er Sechster wurde. Seinen jungen Team-Kollegen Carlo Janka, der Gold holte, bezeichnete er schon zwischen den Läufen als «Chef auf dieser Piste» und setzte nach dem Rennen noch einen drauf: «Carlo ist Weltmeister und Dani Albrecht ist aufgewacht. Für mich ist es der schönste Tag dieser Woche.» Didier Cuche, ein grosser Sportler!

Was Cuche in 17 Jahren erarbeitet hat, holt sich der Bündner Carlo Janka bereits in seiner zweiten Saison: einen WM-Titel im Riesenslalom und Bronze in der Abfahrt! Es war vor allem beeindruckend, wie sich der 22-Jährige im 2. Lauf des Riesenslalom nach einem Fehler nicht aus dem Konzept bringen liess und in aller Ruhe zum Sieg fuhr.

Den Triumph feierte der «Iceman» wie gewohnt ruhig, ohne Gefühlsausbrüche gegen aussen. Der Amerikaner Ted Ligety staunte und sagte, er habe noch nie einen Weltmeister erlebt, der so wenige Emotionen gezeigt habe. Diese Ruhe, diese Coolness sind wohl die grossen Stärken Jankas, der mit seinem gefühlvollen Fahr-Stil die neue Ski-Generation verkörpert.

Janka ist jung, Lara Gut ist jünger! Mit erst 17 Jahren hat das Super-Talent aus dem Tessin zweimal Silber abgeräumt: in der Super-Kombination und in der Abfahrt. Wenn man bedenkt, dass Gut in der Abfahrt mit einer Grippe an den Start ging, wäre wohl sogar noch mehr drin gelegen.

Gut hat ihr enormes Potenzial, das einerseits in ihrer fahrerischen Brillanz, andererseits in ihrer jugendlichen Unbeschwertheit liegt, eindrücklich unter Beweis gestellt. Auch die Arbeit ihres Betreuerstabs um Vater Pauli Gut hat sich bewährt: Die Arbeit im Privatteam, das alles um die 17-jährige Athletin herum organisiert, hat sich ausgezahlt.

So schön sich der Moment für die Schweizer Ski-Sport-Fans präsentiert, offensichtlich wird, dass Swiss-Ski die Qualität in der Breite fehlt. Besonders augenscheinlich wird das bei den Frauen, wo neben Lara Gut keine Athletin in die Nähe des Podests fahren konnte. Für einen Lichtblick sorgte allenfalls noch die 19-Jährige Denise Feierabend mit ihrem sechsten Rang im Slalom.

Aber auch bei den Männern droht mit einem bald bevorstehenden Rücktritt von Didier Cuche ein Vakuum. Immerhin stehen dort mit Carlo Janka und hoffentlich bald wieder Daniel Albrecht zwei mögliche Nachfolger als Team-Leader bereit.

((ros))