Tennis
Australian Open
Federer verliert Final der Australian Open
Roger Federer hat den Final der Australian Open gegen Rafael Nadal verloren. Der Schweizer unterlag der Weltnummer 1 in einer über weiten Strecken grossartigen Partie nach vier Stunden und 23 Minuten mit 5:7, 6:3, 6:7, 6:3 und 2:6.
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Federer schaffte es somit nicht, Pete Sampras' Rekord von 14 Grand-Slam-Titeln zu egalisieren. Der Schweizer war nahe dran, Nadal war aber schliesslich der bessere Spieler und damit verdienter Sieger, auch wenn beide Kontrahenten über vier Stunden phantastisches Tennis gezeigt hatten.
Zweimal war Nadal, dem nach seinem Fünf-Stunden-Kampf vom Freitag gegen Fernando Verdasco keine Spur von Müdigkeit anzusehen war, nach Sätzen in Führung gegangen. Zweimal konnte Federer wieder ausgleichen - nur um am Ende eine weitere bittere Niederlage zu beziehen.
Der Auftakt zu seinem 18. Major-Final war Federer gründlich missraten. Bereits sein erstes Aufschlagsspiel musste er abgeben. Der Baselbieter vermochte sogleich mit einem Re-Break zu reagieren - und legte seinerseits zum 4:2 vor. Doch auch Nadal wetzte die Scharte postwendend wieder aus. Schliesslich war es der Spanier, dem beim Stand von 5:5 ein erneuter und diesmal entscheidender Servicedurchbruch gelang.
Im zweiten Satz vermochte Federer dann mit einer überzeugenderen Leistung auszugleichen. Nadal gelang zwar erneut das erste Break, doch danach drehte Federer auf, realisierte vier Games in Folge und gewann den Satz schliesslich mit 6:3.
Die Weltnummer zwei spielte auch im dritten Satz stark. Der Schweizer hatte sechs Breakmöglichkeiten, wovon er aber keine nutzen konnte. So fiel die Entscheidung im Tie-Break. Dort zeigte der dreifache Australian-Open-Sieger plötzlich Nerven und unterlag überraschend klar mit 3:7.
Diesen vergebenen Möglichkeiten trauerte Federer nach dem Spiel noch lange nach: «Ich hatte meine Chancen, die ich nicht genutzt habe. Vor allem im 1. Satz, wo ich mit Break voraus war und im 3. Satz mit all den vergebenen Breakbällen. Diese Fehler bezahlte ich teuer.»
Doch Federer rappelte sich nochmals auf und erzwang mit einem 6:3 im vierten Durchgang einen Entscheidungssatz. «Die Vorteile sollten jetzt eigentlich bei Roger Federer liegen», orakelte SF-Experte Heinz Günthardt - und sprach damit die zu erwartende Müdigkeit bei Nadal an. Doch er sollte sich täuschen. Bei Federer riss unvermittelt der Faden im Spiel. Die Hand zittrig, die Nerven blank - der Schweizer verlor diskussionslos 2:6, so dass der letztlich verdiente, weil konstantere Sieger einer grossartigen Partie nach fast viereinhalb Stunden Rafael Nadal hiess.
Nadal verdiente sich seinen sechsten Major-Titel unter anderem mit einer ausgezeichneten Defensiv-Leistung. Mehrere Male rettete er sich mit unglaublichen Kontern aus scheinbar hoffnungslosen Situationen. Dagegen bekundete Federer ungewohnte Mühe mit seinen ersten Aufschlägen. Im zweiten Satz brachte er lediglich 37 Prozent seines ersten Services ins Feld. Zum Schluss lag die Quote bei ungenügenden 52 %. «Mein Aufschlag war heute alles andere als überzeugend, vielleicht hat mich das den Match gekostet.» (bon/koem)
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