Inhalt

Indiskutable Schweizer Vorstellung

Mittwoch, 10. September 2008, 20:03 Uhr, Aktualisiert 23.10.2009, 10:15 Uhr

Die Schweiz hat ihr erstes Heimspiel der WM-Qualifikation gegen Luxemburg in Zürich nach schwacher Darbietung mit 1:2 verloren.

Videoplayer
Alle Tore

Es war nur noch die pure Verzweiflung. Gökhan Inler versuchte mit einem Abschluss aus der Distanz in der Nachspielzeit wenigstens noch den einen Zähler zu retten. Doch alles vergebens, genau so wie der Versuch von Mauro Lustrinelli nach 89 Minuten – er landete an der Torlatte. Die 1:2-Niederlage war Tatsache.

Das Unvorstellbare geschah fünf Minuten vor dem Ende. Nach einem Freistoss von Jeff Strasser fühlte sich niemand für Fons Loweck zuständig, der den Ball freistehend versenkte. Ein Tor, das in die Geschichte des luxemburgischen Fussballs eingehen wird, aber auch in die Schweizerische. Zwöf Jahre ist es her, als die Schweizer Auswahl gegen Aserbaidschan in Baku ähnlich sensationell verlor (0:1).

Für Luxembrug war es im zehnten Direktduell mit der Schweiz der erste Sieg. Neben acht Niederlagen reichte es einzig im März 1996 zu einem Unentschieden.

Mit einem klaren Sieg wollten sich die Schweizer nach dem Punktgewinn in Israel eine möglichst gute Ausgangslage für die Fortsetzung der WM-Qualifikation kreieren. Doch aus dem realistischen Ziel wurde ein Debakel erster Güte. Luxemburg kam in 90 Minuten zwei Mal vor das Gehäuse von Diego Benaglio – es reichte für zwei Tore und den sensationellen Sieg.

Die meist gestellte Frage vor dem Spiel gegen Fussball-Zwerg Luxemburg richtete sich nach der Höhe des Schweizer Sieges. Nach einer halben Stunde und dem 0:1-Rückstand war eines klar: Ohne Inspiration und Kreativität in der Offensive ist auch gegen eine Mannschaft wie Luxemburg ein Sieg kein Selbstläufer.

Immerhin gelang der Schweiz zu einem psychologisch wichtigen Zeitpunkt kurz vor der Pause der Ausgleich. Blaise Nkufo, im Offensivspiel der auffälligste Spieler, traf nach einer getimten Flanke von Hakan Yakin per Kopf. Es sollte ein Weckruf für die Halbzeit zwei sein.

Doch manchmal verpasst auch der lauteste Weckruf seine Adressaten. Die Schweizer verstanden es auch nach dem Seitenwechsel nicht, die defensiven Gegner in ernsthafte Schwierigkeiten zu versetzen. Grösstes Manko war die mangelnde Präzision im Passspiel. Die vielen Ungenauigkeiten verhinderten gekonnte Spielzüge. Spielfluss war zu keinem Zeitpunkt feststellbar, die Anzahl an Eigenfehlern schlicht zu hoch.

Erste ungläubige Gesichter waren auf Seiten der Schweizer Spieler auszumachen, als die Gäste ihre erste Szene mit Torgefahr gleich zu nutzen wussten. Captain Strasser setzte einen Freistoss, dem ein angebliches Foulspiel Tranquillo Barnettas vorausgegangen war, aus rund 25 Metern in die Maschen. Unhaltbar schien der Abschluss nicht; es passte zur Schweizer Leistung, es war der Anfang vom Debakel.

(jäg)