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Wimbledon

Nadal entthront Federer nach grossartigem Kampf

Sonntag, 6. Juli 2008, 15:37 Uhr, Aktualisiert 07.07.2008, 23:12 Uhr

Die wohl unglaublichste Serie im modernen Tennis ist nach einer ebenso unglaublichen Partie zu Ende: Roger Federer kassierte in seinem sechsten aufeinanderfolgenden Wimbledon-Final die erste Niederlage. Er unterlag Rafael Nadal nach fast fünf Stunden 4:6, 4:6, 7:6, 7:6, 7:9.

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Federers bitterste Niederlage

Die Partie zwischen den beiden besten Spielern der Gegenwart bot den Fans von allem Anfang an das erwartete Spektakel.

Nadal totalisierte in den ersten beiden Sätzen nur vier Punkte mehr, gewann aber fast alle wichtigen Ballwechsel. Das reichte, um die ersten zwei Sätze mit je einem Break 6:4 zu gewinnen. Nach einem Regenunterbruch bei 5:4 im dritten Satz kam Federer dann aggressiver aus der Kabine.

Ein sensationelles Tiebreak ermöglichte ihm dann den ersten Teilerfolg. Er schlug vier Asse, einen Aufschlagwinner und gewann noch zwei Vorhand-Punkte. Auch im vierten Satz spielte er aggressiv, kam aber beim Service des Spaniers kaum zu Chancen, der Mallorquiner war dem Sieg näher.

Im zehnten Game fehlten Nadal nur zwei Punkte, im Tiebreak führte er sogar 5:2 und hatte anschliessend zwei Matchbälle, die Federer mit einem Service auf die Linie und einem brillanten Rückhand-Passierball abwehrte. Er schaffte dann mit einem Servicewinner zum 10:8 den Satzausgleich.

Bei 2:2, 40:40 und Aufschlag Federer in dieser Partie für die Ewigkeit mussten die zwei Spieler erneut wegen Regens in die Garderobe. Beide Spieler hatten anschliessend wiederum Chancen: Federer fehlten seinerseits bei 5:4 nur zwei Punkte zum Sieg, er konnte den Match aber nicht beenden. Nach 4:48 Stunden landete dann, als es schon sehr dunkel war, eine Vorhand Federers im Netz und Nadal konnte jubeln.

Der Mallorquiner: «Ein Traum ist auf jeden Fall wahr geworden. Ich spiele vielleicht am besten auf Sand, aber Wimbledon ist seit vielen Jahren mein Lieblingsturnier. Und dass ich hier gegen Roger Federer den Final gewann, gegen den besten Spieler aller Zeiten, macht alles perfekt.»

Für Federer war es die erste Niederlage auf Rasen seit sechs Jahren: 2002 hatte er in der 1. Runde gegen Mario Ancic verloren, seither war er in 65 Partien auf Gras ungeschlagen geblieben. Roger Federer hatte auch in dieser bitteren Stunde der Humor nicht verlassen: «Glauben Sie mir, ich habe wirklich alles probiert», meinte er mit einem Augenzwinkern, «aber Nadal hat diesen Titel verdient, er hat hier absolut fantastisch gespielt».

Der Spanier hievte sich mit diesem Sieg auf eine neue Ebene: Erstmals hat er einen Grand-Slam-Titel ausserhalb des geliebten roten Sandes in Paris gewonnen. Er ist der zweite Spanier, der im von den Iberern einst verhassten Rasenmekka triumphiert, nachdem dies Manuel Santana 1966 geschafft hatte.

In der Weltrangliste schmilzt damit der Vorsprung Federers auf 545 Punkte. Seine Regentschaft, die nunmehr seit 231 Wochen ununterbrochen andauert, könnte in den nächsten Wochen zu Ende gehen oder zumindest unterbrochen werden: Nadal hat bis zum Ende des US Open deutlich weniger Punkte zu verteidigen. (si/koem)