Tennis
Indian Wells
Deutliche Niederlage für Federer
In nur 63 Minuten hat Roger Federer den Halbfinal von Indian Wells gegen den Amerikaner Mardy Fish mit 3:6 und 2:6 verloren. Zu keiner Zeit vermochte der Schweizer sein Potenzial abzurufen. Im Final trifft Fish auf den Serben Djokovic.
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Die Zuschauer trauten ihren Augen nicht: Nach 15 Minuten lag Favorit Federer gegen Fish, der nur dank einer Wildcard ins Turnier gerutscht war, mit 0:3 im Rückstand. Mit 15 unerzwungenen Fehlern im ersten Satz machte sich die Weltnummer Eins das Leben selber schwer - zu schwer, Satz Eins ging mit 6:3 an Fish.
Das erste Game des zweiten Satzes war ein Spiegelbild von Federers Leistung in dieser Begegnung. Bereits gelang Fish wieder ein Break, Federer gelang wenig bis gar nichts. In der ganzen Partie besass der Schweizer einen einzigen Breakball, Fish deren sieben, drei davon wusste er zu verwerten. Nach etwas mehr als einer Stunde war die Partie mit einem 3:6 und 2:6 aus Federers Sicht zu Ende. Fish gelangen zwölf Winners mehr, obwohl nur gerade 34% seiner ersten Anschläge im Feld landeten.
«Er hat unglaublich gespielt», anerkannte Federer, der im sechsten Spiel gegen den Amerikaner zum ersten Mal verlor. Überhaupt war es die erste Niederlage gegen einen Amerikaner seit dem Halbfinal von Montreal 2003 gegen Andy Roddick. Seither hatte er 41 Amerikaner in Serie besiegt. Federers Enttäuschung war nicht gross: «Natürlich hätte ich mir einen anderen Ausgang gewünscht, aber ich bin mit dem Turnier zufrieden. Ich habe keine Beschwerden und bin da, wo ich sein wollte. Ich bin klar weiter als vor zehn Tagen.»
In der Reprise des Vorjahres-Finals liess der Weltranglisten-Dritte Novak Djokovic Titelverteidiger Rafael Nadal (Sp/2) mit 6:3, 6:2 keine Chance. Djokovic machte gegen Nadal praktisch alle wichtigen Punkte, phasenweise hatte man nicht einmal das Gefühl, er müsse sein bestes Tennis abrufen. «Es läuft mir einfach hervorragend», so der Serbe, der damit das Endspiel ohne Satzverlust erreicht hat. Er musste nur zweimal ins Tiebreak, einmal im Startspiel gegen den Gstaad-Finalisten Andreas Seppi und dann gegen Stanislas Wawrinka.
Nadal wirkte nach den anstrengenden Partien gegen Jo-Wilfried Tsonga (Fr) und James Blake (USA) nicht mehr so frisch und musste sich zusätzlich nach dem ersten Satz wegen Blasen an den Füssen behandeln lassen. Für ihn war es schon die dritte klare Niederlage des Jahres nach Chennai (0:6, 1:6 gegen Michail Juschni) und Melbourne (2:6, 3:6, 2:6 gegen Tsonga).
Den Frauen-Final bestreiten Ana Ivanovic (Ser/1) und Swetlana Kusnezowa (Russ/2). Ivanovic gewann das Duell der Serbinnen gegen Jelena Jankovic (WTA/4) 7:6 (7:3), 6:3. Kusnezowa besiegte ihre russische Landsfrau Maria Scharapowa (WTA 5) eher überraschend 6:3, 5:7, 6:2 und steht damit im dritten Endspiel des Jahres, nachdem sie in Sydney und Dubai jeweils den Final verloren hatte. (si/jäg)
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