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«King Roger» schreibt Tennis-Geschichte

Sonntag, 8. Juli 2007, 0:00 Uhr, Aktualisiert 05.09.2008, 11:44 Uhr

Roger Federer bleibt der «König von Wimbledon»! Die Weltnummer 1 setzte sich im Final der All England Championships gegen Rafael Nadal (Sp) 7:6 (9:7), 4:6, 7:6 (7:3), 2:6, 6:2 durch und gewann «sein» Turnier zum fünften Mal in Serie. Damit egalisierte er den Rekord von Björn Borg.

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Tennis: Wimbledon

Als beim Matchball der Smash von Federer unerreichbar ins Feld von Nadal sprang, sank der Schweizer Champion in die Knie und legte sich dann mit dem Rücken auf den Rasen. Unglaublich aber wahr: Soeben hatte Federer zum fünften Mal in Folge Wimbledon gewonnen.

Es war der härteste seiner fünf Wimbledon-Finals, das Spiel dauerte 3:45 Stunden. Erstmals hatte er seit Beginn der Serie von nunmehr 54 Siegen auf Rasen über fünf Sätze gehen müssen. Sein grosser Rivale Rafael Nadal hatte ihm in einer Partie auf höchstem Niveau alles abverlangt. «Ich war der Glücklichere. Ich habe Rafael beim Handshake gesagt, dass er den Sieg ebenso verdient hätte», so Federer bei der Siegerehrung.

In der Tat war die Partie bis am Schluss ausgeglichen. Federer hatte nach einem frühen Break im Startsatz dem Spanier während über vier Durchgängen kein Service-Game abnehmen können. Nach einem brillanten Start und schneller 3:0-Führung, glich Nadal zunächst zum 3:3 aus, ehe Federer den Satz im Tiebreak doch noch gewinnen konnte. In der Folge aber suchte Federer nicht mehr so konsequent die Offensive wie noch in der Startphase - und Nadal behielt vor allem in den längeren Ballwechseln oft die Oberhand. So kam Federer während 22 Aufschlag-Games Nadals nur zu einem einzigen Breakball.

Zunächst musste er im dritten und fünften Game des finalen Set jeweils zwei Breakbälle abwehren, ehe er seinerseits zur «Exekution» schritt. Mit drei brillanten Vorhand- Winnern nahm er Nadal den Service zum 4:2 ab und bestätigte danach die Führung dank drei Assen mit einem «jeu blanc».

Kurz darauf hatte Federer seinen elften Major-Titel gewonnen - und dies in den letzten 17 Grand-Slam-Turnieren. Er hat sich damit auch in der Major-Kategorie auf die Stufe von Björn Borg (sowie Rod Laver) gehievt. Nur Pete Sampras (14) und Roy Emerson (12) haben mehr Grand-Slam-Triumphe gefeiert. Auch auf der Ehrentafel von Wimbledon steht Pete Sampras' Name zusammen mit William Renshaw (noch) vor Roger Federer.

Der diesjährige Sieg über Nadal in Wimbledon ist für Federer besonders wichtig. Nach einem für seine Verhältnisse missglückten Frühjahr mit einer Phase von über zwei Monaten ohne Turniersieg und der Niederlage gegen Nadal im French-Open-Final, gab er in seinem «Salon» denjenigen die Antwort, die den Spanier bereits auf der Überholspur wähnten. Dank der Titelverteidigung und dem vierten Turniersieg in diesem Jahr (der 49. insgesamt) wahrte Federer den Vorsprung von 2065 Punkten auf seinen Rivalen im Entry-Ranking. Im Champions Race hat er den Rückstand auf Nadal auf 85 Punkte verringert.

Für Nadal ist die Niederlage über fünf Sätze natürlich bitter. Er verpasste es dadurch, der erste Spieler seit Björn Borg (1980) zu sein, der French Open und Wimbledon im gleichen Jahr gewinnt. Doch irgendwie kann sich auch der 21-jährige Mallorquiner ein bisschen als Sieger fühlen. Seit Federer vor vier Jahren in Wimbledon zu seinem Erfolgszug auf Rasen ansetzte, ist es keinem mehr gelungen, gegen den Baselbieter zwei Sätze zu gewinnen. (si/zbi)