Eishockey
Kanada ist Weltmeister
Ein Jahr vor der Eishockey-Heim-WM-Premiere gewann Kanada in Moskau den 24. WM-Titel und ist damit alleiniger Rekord-Weltmeister. Die Kanadier siegten im Final gegen Finnland mit 4:2. Der frühere Davoser Rick Nash war Doppeltorschütze und Matchwinner.
Als die Finnen nach zwei Toren im Finish noch auf das 3:3 drückten, entschied Nash 66 Sekunden vor Spielende bei einem Konter mit seinem unnachahmlichen Zug aufs gegnerische Tor die Partie. Nash wurde nach dem Spiel auch zum wertvollsten Spieler des WM-Turniers gewählt.
Kanada startete furios
Mit zwei Powerplaytoren gaben die Kanadier im Final bereits im Startdrittel den Tarif bekannt. Nash (7.) und Eric Staal (30.) erzielten die beiden Tore. Colby Armstrong sorgte dann mit dem 3:0 zur Spielmitte für vermeintlich klare Verhältnisse.
Schwacher Finnen-Keeper
Die Finnen konnten bis dahin trotz etwas längerer Erholungszeit auch defensiv nicht an ihre Leistung vom Halbfinal-Sieg gegen Russland (2:1 n.V.) anknüpfen. Zudem sah Finnland-Keeper Kari Lehtonen bei Armstrongs 3:0 schlecht aus. Dafür erzeugten die im Schlussdrittel deutlich druckvoller auftretenenden Finnen durch die Treffer von Petri Kontiola (52.) und Antti Miettinen (56.) doch noch Spannung.
Kanada mit guter Mischung
Der langjährige kanadische NLA-Trainer NLA-Trainer Larry Huras, der als Co-Kommentator für das Westschweizer Fernsehen in Moskau tätig war, lobte vor allem den «WM-Draft» von Kanadas Teammanager Steve Yzerman: «Er stellte für die WM ein sehr gutes und ausbalanciertes Team zusammen. Die Kanadier besassen die richtige Mischung aus Technik, Speed und Zweikampfstärke.»
Bronze als Trost für den Gastgeber
Russland holte sich als Trostpflaster für die verpasste Finalteilnahme wenigstens noch WM-Bronze. Das Team von Slawa Bykow besiegte Schweden mit 3:1. Alexander Frolow und Alexej Jemelin waren mit je einem Treffer und einem Assist für die insgesamt besseren Russen erfolgreich. Jemelin brachte dabei die Russen in der 10. Minute mit einem Shorthander in Führung. (si/fel)
Telegramm
Kanada - Finnland 4:2 (2:0, 1:0, 1:2)
Chodynka. -- 12 000 Zuschauer. -- SR Vinnerborg (Sd), Dedjoulia (WRuss)/Karlberg (Sd). -- Tore: 7. Nash (Lombardi, Murphy/Ausschluss Söderholm) 1:0. 14. Eric Staal (Williams, Cammalleri) 2:0. 30. Armstrong (Phaneuf, Jordan Staal) 3:0. 52. Kontiola (Peltonen) 3:1. 58. (57:44) Antti Miettinen (Pyörälä) 3:2. 59. (58:54) Nash (Doan, Lombardi) 4:2. -- Strafen: 4mal 2 Minuten gegen Kanada, 6mal 2 Minuten gegen Finnland.
Kanada: Ward; Commodore, Brewer; Phaneuf, Schultz; Weber, Hamhuis; Jackman, Murphy; Mayers, McClement, Chimera; Doan, Lombardi, Nash; Williams, Cammalleri, Eric Staal; Armstrong, Toews, Jordan Staal.
Finnland: Lehtonen; Koistinen, Kukkonen; Laamanen, Saravo; Söderholm, Berg; Lehtinen, Viuhkola, Peltonen; Kallio, Mikko Koivu, Tuomo Ruutu; Hentunen, Niko Kapanen, Antti Miettinen; Jarkko Ruutu, Bergenheim, Pyörälä; Pärssinen, Kontiola.
Russland - Schweden 3:1 (2:0, 1:0, 0:1)
Chodynka, Moskau. -- 7500 Zuschauer. -- SR Pellerin (Ka), Fonselius (Fi)/Losier (Kä). -- Tore: 7. Jemelin (Frolow, Saripow/Ausschluss Nepryajew!) 1:0. 10. Sinowjew (Jemelin, Saripow) 2:0. 22. Frolow (Malkin, Atjuschow/Ausschluss Mansson) 3:0. 49. Steen (Backström, Stralman/Ausschluss Kowaltschuk) 3:1. -- Strafen: je 6mal 2 Minuten.
Russland: Jeremenko; Gontschar, Kornejew; Nikulin, Proschkin; Grebeschkow, Atjuschow; Jemelin, Kondratjew; Frolow, Malkin, Kowaltschuk; Brilin, Sinowjew, Saripow; Kulemin, Nepryajew, Owetschkin; Radulow, Charitonow.
Schweden: Backlund; Stralman, Tärnström; Enström, Magnus Johansson; Sandström, Hallberg; Akerman; Martensson, Jörgen Jönsson, Emvall; Steen, Backström, Mansson; Hornqvist, Davidsson, Thornberg; Wallin, Warg, Hedström; Kahnberg.
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