Tennis
Erneute Niederlage für Federer
Roger Federer kann auf Sand gegen Rafael Nadal einfach nicht gewinnen. Beim Masters-Series-Turnier von Monte Carlo unterlag der Schweizer dem Weltranglisten-Zweiten in zwei Sätzen mit 4:6, 4:6. Damit bezog die Nummer 1 seine siebte Niederlage insgesamt, die fünfte auf Sand gegen seinen grössten Rivalen.
Somit hat es Federer bei erster Gelegenheit in dieser Saison verpasst, die beeindruckende Serie von Nadal zu beenden. Der Spanier schraubte die Anzahl Siege in Folge auf Sand in Monte Carlo auf 67 und am Ende der Woche hatte er das Turnier im Fürstentum zum dritten Mal in Serie gewonnen; das war bisher erst dem Rumänen Ilie Nastase in den Jahren 1971 bis 1973 gelungen.
Formidable Serie gerissen
Dagegen wurde im mondänen Country Club mit dem atemberaubenden Blick aufs Mittelmeer eine formidable Serie Federers gebrochen. Es war nach zehn Finalsiegen in Folge nämlich die erste Niederlage des Schweizers in einem Endspiel seit dem French Open vor einem Jahr. Auch damals hatte Federer gegen Nadal den Kürzeren gezogen. Seit dieser Niederlage in Paris hat die Weltnummer 1 den Linkshänder aus Mallorca aber immerhin in Wimbledon (Final) und beim Masters in Schanghai (Halbfinal) bezwingen können - allerdings auf Rasen sowie in der Halle.
Federer trotzdem zufrieden
Federer war trotz der siebten Niederlage im zehnten Duell gegen Nadal mit der Woche an der Côte d'Azur zufrieden. «Ich erreichte den Final, was aufgrund der Gegner nicht selbstverständlich war.» In der Tat zeigte Federer vor allem im Viertel- und Halbfinal gegen die Sandspezialisten David Ferrer (ATP 16) und Juan Carlos Ferrero (ATP 21) gute Leistungen. «Wenn ich vor dem Final verloren hätte, wäre der Druck vor den nächsten Turnieren gestiegen. So aber kann ich beruhigt nach Rom und dann nach Hamburg reisen.»
Katastrophales Aufschlaggame
Der Schweizer hatte zu Beginn einige Gelegenheiten, das Geschehen in andere Bahnen zu lenken oder zumindest eine weniger klare Niederlage zu erleiden. Federer schien zuerst sogar im Vorteil, doch hatte er einen Breakball zum 2:0 und dann sogar zwei Chancen zum möglichen 5:3 nicht nützen können. Dann aber lieferte er ein katastrophales Servicegame mit drei Vorhandfehlern und geriet entscheidend 4:5 in Rücklage.
Federers 38 Fehler
Dieses Spiel, das die Vorteile auf die Seite Nadals rückte, war irgendwie symptomatisch für Federers Leistung im Final. Für einmal war nämlich seine Vorhand das Handicap. Wie die Statistik hinterher verriet, unterliefen dem Schweizer so 18 der 38 so genannten «unforced errors». Wie die einzelnen Fehler jeweils klassiert werden, hat bei den Spielern zwar schon oft für Kopfschütteln gesorgt. Tatsache ist aber, dass Federer genau doppelt so viele Fehler machte wie Nadal.
Kein erster Service im Feld
Durchaus mitbeteiligt war Federer auch beim massgebenden Break Nadals im zweiten Satz. Schon im dritten Spiel war es, als Federer keinen ersten Service ins Feld brachte und dem Spanier so den entscheidenden Vorteil offerierte. Danach liess Nadal keine Zweifel mehr aufkommen. Bis zum Ende erspielte sich Federer keinen Breakball mehr, und an eine Wende war nicht mehr zu denken.
Keine Beunruhigung beim Schweizer
Federers Blick ging hinterher bereits nach vorne, zum nächsten Turnier Anfang Mai in Rom und zum French Open. Der Schweizer ist dabei durchaus optimistisch. «Nadal hat mich von der Grundlinie aus nicht dominiert. Ich war es, der bei einfachen Bällen die Fehler gemacht hat», sagte Federer. An dieser Schwäche könne er aber arbeiten und deshalb sei er nicht beunruhigt, meinte er. «Entscheidend ist, wie es beim French Open ausgeht. Und über drei Gewinnsätze kann es dann ganz anders laufen.» Federers Hoffnung, den Spanier dereinst auch auf Sand zu schlagen, lebt weiter. «Ich muss nur warten, bis der richtige Tag kommt, an dem ich ihn bezwinge.» (si/rsa)
Resultate
Monte Carlo - ATP-Masters-Series (2,082 Mio Euro/Sand) - Halbfinals:
Roger Federer (Sz/1) s. Juan Carlos Ferrero (Sp/16) 6:3, 6:4.
Rafael Nadal (Sp/2) s. Tomas Berdych (Tsch/10) 6:0, 7:5.
Final:
Nadal s. Federer 6:4, 6:4.
Doppel - Final:
Bob Bryan/Mike Bryan (USA/1) s. Julien Benneteau/Richard Gasquet (Fr) 6:2, 6:1.
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