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Eine Nation sah Rot

Donnerstag, 14. Dezember 2006, 0:00 Uhr, Aktualisiert 10:45 Uhr

Die Fussball-Nationalmannschaft löste in diesem Jahr in der Schweiz eine nie gesehene Begeisterung aus. Mit der Qualifikation für die WM-Achtelfinals schaffte die Schweiz in Deutschland erstmals seit zwölf Jahren den Sprung unter die Top 16 des Weltfussballs.

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Pascal Zuberbühler nimmt Stellung

60'000 Schweizer Fans in der Fussball-Arena von Dortmund; 30'000 im WM-Stadion von Hannover; Zehntausende in den Städten Deutschlands und Hunderttausende in den Strassen von Zürich, Basel, Bern und Genf: nie zuvor hat ein Team zwischen Genf und St. Margrethen, zwischen Basel und Chiasso flächendeckend eine derartige Euphorie ausgelöst. Rot war im Juni die Schweizer Modefarbe; Köbi (Kuhn), Alex (Frei), Tranquillo (Barnetta), Philippe (Senderos) und Pascal (Zuberbühler) waren die Helden der ganzen Nation.

Diesen (nächsten) Popularitätsschub verdiente sich die Schweizer Equipe mit soliden bis guten Auftritten an der WM. Sie schlug die schwächer eingestuften Gegner Togo und Südkorea jeweils 2:0 und wurde vor dem späteren Finalisten Frankreich (0:0) Sieger der Vorrunden-Gruppe G. Und auch das bittere Ausscheiden im Penaltyschiessen des Achtelfinals gegen die Ukraine (0:3) konnte dem Heldenstatus nichts anhaben. Rund 20 Stunden nach der Niederlage empfingen Tausende das Team auf dem Flughafen Zürich-Kloten.

Gelebt hat die Mannschaft an der WM (sportlich) vor allem von der defensiven Stabilität. Köbi Kuhn verfügte über Innenverteidiger, die auf gehobenem internationalem Niveau spielen (Müller, Senderos, Djourou). Dank diesem defensiven Scharnier und dank den fehlerlosen Auftritten von Goalie Zuberbühler war die Schweiz das erste Team in der Historie der Fussball-WM, das während des gesamten Turniers kein Gegentor kassierte; während 390 Minuten wurde Zuberbühler in Deutschland nicht bezwungen.

Dass die Mannschaft sehr jung und auf dem Niveau einer WM-Endrunde entsprechend unerfahren ist - alle 23 WM-Fahrer waren erstmals an einer WM dabei und das Durchschnittsalter betrug 25,2 Jahre - verhinderte letztlich ein geschickteres Verhalten vor und während des Penaltyschiessen gegen die Ukraine und dadurch ein noch besseres Abschneiden. Doch die Jugendlichkeit gibt Coach Kuhn auch Garantien für die Zukunft und vor allem für die EURO 2008 im eigenen Land. Senderos (21) und Barnetta (21) gehörten schon 2006 zu den Besten im Team und zu den Entdeckungen der gesamten WM; bis in anderthalb Jahren könnten auch Blerim Dzemaili (20), Johan Vonlanthen (20) und Johan Djourou (20) eine tragende Rollen übernehmen - und so erneut landauf, landab überschwappende Wellen der Begeisterung auslösen.