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Das (fast) perfekte Jahr
Jahr für Jahr der Beste, Jahr für Jahr noch ein wenig besser: Roger Federer, zweifacher Weltsportler und nun dreifacher Schweizer Sportler des Jahres, verzückte Fans und Fachwelt mit weiteren Superlativen.
Roger Federer hat 2006 geschafft, was vorher unmöglich erschien. Der Weltranglisten-Erste hat seine Dominanz im Männertennis noch ausgebaut und den «Grand Slam» nur um zwei Sätze verpasst.
Trotz der Finalniederlage am French Open in Paris gegen Rafael Nadal hat Federer 2006 alle (auch die eigenen) Erwartungen weit übertroffen. Er hat 92 von 97 Partien im Rahmen der ATP-Tour gewonnen, insgesamt zwölf Turniere und fünf der sechs wichtigsten, nämlich das Australian Open, Wimbledon, das US Open, das Masters und die Players Championships auf Key Biscayne.
Von grosser emotionaler Bedeutung war zudem der erste Heimtitel an den Davidoff Swiss Indoors in Basel. Sieht man einmal von einem leicht erklärbaren, müdigkeitsbedingten Ausrutscher in Cincinnati (gegen Andy Murray) ab, hat Federer heuer nur gerade gegen Nadal (viermal) verloren, der sich zumindest auf Sand als potenzielle Bedrohung erwies.
Der finale Triumph in Schanghai, wo er im Endspiel des Masters Cups James Blake zum Statisten degradierte, war eine weitere Bestätigung von Federers unangefochtener Vormachtstellung. Das Saisonfinale hatten vor ihm erst Rekordhalter Pete Sampras (5 Titel), Ivan Lendl, Ilie Nastase, Boris Becker und John McEnroe (mindestens) dreimal für sich entschieden. «Es ist ein Wahnsinn, ein so grossartiges Jahr mit einem Titel abschliessen zu können», sagte Federer, bevor er sich in die verdienten Ferien an die Wärme verabschiedete.
Mit seinen zwölf Turniersiegen stellte Roger Federer eine persönliche Bestmarke auf; in den letzten zwei Jahren hatte er es jeweils auf elf Titel gebracht. Auch in finanzieller Hinsicht ist Federer in neue Dimensionen vorgedrungen. Mit den 1,52 Millionen Dollar, die er als ungeschlagener Masters-Gewinner ausbezahlt erhielt, steigerte er sein Jahres-Gesamtpreisgeld auf 8,3 Millionen, womit er als erster Spieler die Acht-Millionen-Grenze in einer Saison übertraf. Sampras hatte 1997 als zuvor Bestverdienender knapp 6,5 Millionen eingespielt.
Mehr als über alle Dollars freut sich Federer auf den 26. Februar 2007. An jenem Tag wird er, der das Ranking seit dem 2. Februar 2004 anführt, seine 161. Woche als Nummer 1 hinter sich haben und Jimmy Connors als Besten ablösen. Der Amerikaner hatte die Top-Position vom 29. Juli 1974 ohne Unterbruch während 160 Wochen bis zum 22. August 1977 innegehabt. «Das ist einer der ganz grossen Rekorde, möglicherweise der grösste meiner Karriere bisher», sagt Federer. «Ich warte auf diesen Tag und werde ihn feiern.»


