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Federer Special

Federer gewinnt sein Heimturnier

Sonntag, 29. Oktober 2006, 0:00 Uhr, Aktualisiert 10:42 Uhr

Der Gewinner der Swiss Indoors Basel heisst Roger Federer! Der 25-Jährige besiegte im Final den Chilenen Fernando Gonzalez 6:3, 6:2 und 7:6. Federer zeigte die beste Leistung der Woche und spendierte danach Pizzen für seine Nachfolger - die Ballboys.

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Tennis: Swiss Indoors Basel

Wer wundert sich, dass das Endspiel der Swiss Indoors Basel im Tiebreak entschieden wurde? Roger Federer beendete seinen Viertelfinal gegen David Ferrer in einem dramatischen Tiebreak, ebenso seinen Halbfinal gegen Paradorn Srichaphan. Jene Kurzentscheidung im Final gegen Fernando Gonzalez war eine verhältnismässig emotionslose Angelegenheit.

Mit einem Return-Winner zum 1:0 gelang dem Publikumsliebling sogleich jenes Mini-Break, welches entscheidend sein sollte. Die Schnellentscheidung endete mit einem 7:3.

Die Leichtigkeit des Seins

Zuvor hatten die Zuschauer den Roger Federer gesehen, den sie sehen wollten. Er spielte wie im Traum, so wie es das Basler Publikum bisher meist nur im Fernsehen sehen konnte.

Der Lokalmatador spielte schon die gesamte Woche hindurch gut, das gewisse Quäntchen «Extra-Roger» fehlte allerdings. In den ersten zwei Runden waren die Gegner schlicht zu wenig stark. Gegen Ferrer und Srichaphan schien die Weltnummer 1 nicht ganz am Limit zu sein. Gegen Gonzalez war es aber «Leichtigkeit des Seins»

Nur wenige Lücken im Palmares

Zur Feier seines 1000. Tages als Nummer 1 der Tennis-Welt gönnte sich Federer einen der wenigen Titel, die in seinem Palmares noch fehlen.

Auf Federer Taskliste figurieren nun noch drei der vier wichtigsten Sandplatztuniere (Roland Garros, Monte Carlo und Rom) sowie Paris-Bercy, wo er seinen ersten Sieg schon in der kommenden Woche feiern könnte.

Darüber hinaus fehlt nur der Olympiasieg, der erst 2008 wieder aktuell wird und der Daviscup, welcher zur Zeit jedoch nicht alleroberste Priorität geniesst.

Triumphe in fünfzehn Ländern

Federer hat bis dato in fünfzehn Ländern Turniere für sich entschieden. Mühe scheint er nur in Frankreich zu haben, wo er seit Marseille 2003 nicht mehr erfolgreich war. Und auch die Schweiz hinkt in dieser Statistik umständehalber hinterher. In Gstaad gewann er 2004, seither nimmt er in der Woche nach Wimbledon frei. Und die Swiss Indoors Basel hätte die Nummer 1 ohne die Verletzungen der letzten drei Jahre schon lange geholt. Pressiert war er aber nicht: «Ich hätte halt weitergespielt, bis ich 65-jährig bin...» (Tom Rickenbach, Basel)

WORT FÜR WORT mit Roger Federer

Gegen Stanislas Wawrinka diktierte am Samstag Fernando Gonzalez das Spiel. Federer liess solches im Final nie zu. Der Match lief nach seiner Vorstellung, was wichtigste Grundlage war. Roger Federer über das Spiel: «Ich war sehr konzentriert. Es ist wichtig, gegen Gonzalez ein Polster zu haben. Man weiss nie, was er als nächstes tut. Vielleicht hat er eine starke Phase, haut dir vier Grundschläge um die Ohren und schon hast du einen Satz verloren. Das hat man im dritten Satz gesehen, als er Breakbälle hatte. Umso besser war es, einen Vorsprung von zwei Sätzen auf sicher zu haben.»

Pokalübergaben kennt Federer bestens. Allein in diesem Jahr hat er schon elf grössere und kleinere «Kübel» in die Höhe stemmen dürfen. Der grosse Moment war denn auch ein anderer. Roger Federer und die Siegerehrung: «Der emotionellste Moment war nicht die Pokalübergabe, sondern die Medaillenverteilung an die Ballboys und -girls. Immerhin habe ich das schon zweimal von der anderen Seite her miterlebt. Die Idee mit der Pizza kam mir am Samstag. Sie unterstützen mich hinter den Kulissen immer, machen allerdings auf dem Platz topseriös ihren Job. (lacht) Ge-
nau wie wir damals.»

Resultate

Basel. Davidoff Swiss Indoors. ATP-Turnier (850 250 Euro/Halle).
Einzel. Halbfinals: Roger Federer (Sz/1) s. Paradorn Srichaphan (Thai) 6:4, 3:6, 7:6 (7:5). Fernando Gonzalez (Chile/3) s. Stanislas Wawrinka (Sz) 6:4, 6:4.

Final: Federer s. Gonzalez 6:3, 6:2, 7:6 (7:3).

Doppel. Letzter Viertelfinal: David Ferrer/Albert Montanes (Sp) s. Benjamin Becker/Michael Kohlmann (De) 6:1, 6:4. -- Halbfinals: Mark Knowles/Daniel Nestor (Bah/Ka/1) s. Jose Acasuso/Juan Ignacio Chela (Arg) 6:4, 6:3. Mariusz Fyrstenberg/Marcin Matkowski (Pol/2) s. Ferrer/Montanes 6:2, 6:1.

Final: Knowles/Nestor s. Fyrstenberg/Matkowski 4:6, 6:4, 10:8.