Federer Special
Souverän zum 42. Turniersieg
Nach seinem ersten Turnier in Japan stemmte Roger Federer standesgemäss die Trophäe für den Sieger in die Höhe. Im Final von Tokio liess der Weltranglisten-Leader dem Briten Tim Henman (ATP 55) keine Chance - 6:3, 6:3 nach 67 Minuten.
Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft. Zumindest auf dem Platz wollte Federer gegen seinen Kumpel Henman nichts davon wissen. Er setzte sich zum sechsten Mal in Folge und wie zuletzt im Frühjahr 2004 in Indian Wells, als Henman letztmals in einem Endspiel stand, ohne Satzverlust durch. Mit dem Break zum 4:2 und dank dem dritten gegnerischen Doppelfehler im gleichen Aufschlagspiel entschied Federer den ersten Durchgang für sich. Im zweiten Satz schaffte er schon im dritten Game den ersten Service- Durchbruch. Der schon 32-jährige Henman suchte sein Heil in der für ihn typischen offensiven Spielweise mit zahlreichen Vorstössen ans Netz. Der Aufschlag liess Henman aber zu sehr im Stich, um Federer ernsthaft fordern zu können.
Fasziniert von technologischen Errungenschaften
«Es ist ein grossartiges Gefühl, erstmals hierher zu kommen und das Turnier gleich zu gewinnen», sagte Federer. «Japan war eine schöne Erfahrung für mich, die Fans waren sehr nett zu mir. Ich hoffe auf eine Rückkehr im nächsten Jahr.» Auch ausserhalb des Courts lief der Trip ganz nach Federers Vorstellungen. Die japanische (Ess-)Kultur hat es dem 25-Jährigen angetan. Fasziniert ist er auch von den technologischen Errungenschaften wie den hypermodernen Toiletten. Federer liess die Fans auf der ganzen Welt an seinen Eindrücken teilhaben; die Einträge im Tagebuch auf der ATP-Website waren ein Renner.
Schub nach Sieg über Suzuki
Zumindest unter der Woche hatten die Gegner den Tennis-Primus vor grössere Probleme gestellt als der japanische Alltag. In den Viertelfinals konnte Federer eine Blamage gegen den lediglich an 1078. Stelle klassierten Takao Suzuki nur knapp abwenden. «Ich hätte diesen Match locker verlieren können. Aber ich kam durch, und das gab mir einen Schub.» Davon profitierte Federer schon im Halbfinal, in dem er das erste Duell mit dem Deutschen Benjamin Becker 6:3, 6:4 gewann.
Sogar noch Steigerungspotenzial
Der Erfolg tags darauf gegen Henman war gleichbedeutend mit dem 42. Turniersieg der Karriere. Damit zog Federer wieder mit Martina Hingis gleich. Mit dem 9. Sieg im 13. Final des Jahres (bei 14 Turnier-Teilnahmen) veredelte Federer seine ohnehin hochkarätige Bilanz weiter. Die Endspiel-Erfolgsquote von 42:13 ist die beste der Open-Ära, die Jahresbilanz hält bei 77 Siegen und 5 Niederlagen. Federer wird an den Turnieren in Madrid, Basel und Paris-Bercy sowie am Masters in Schanghai versuchen, sein Punktekonto weiter zu äufnen. Weil er in den letzten zwei Jahren im Herbst jeweils von Verletzungen gestoppt wurde, hat Federer bezüglich der ATP-Rankings sogar noch Steigerungspotenzial. (si)
Resultate
Tokio - ATP-Turnier (765'000 Dollar/Hart) - Halbfinals:
Roger Federer (Sz/1) s. Benjamin Becker (De/14) 6:3, 6:4.
Tim Henman (Gb/10) s. Hyung-Taik Lee (SKor/9) 6:4, 7:6 (7:5).
Final:
Federer s. Henman 6:3, 6:3.
Metz (Fr) - ATP-Turnier (323'250 Euro/Halle) - Halbfinals:
Novak Djokovic (Ser/3) s. Sébastien Grosjean (Fr) 6:7 (4:7), 7:6 (7:1), 6:3.
Jürgen Melzer (Ö) s. Marc Gicquel (Fr) 7:6 (7:3), 6:3.
Final: Djokovic - Melzer.
Mons (Be) - ATP-Challenger (125'000 Dollar/Hart) - Viertelfinals:
Marco Chiudinelli (Sz) s. Feliciano Lopez (Sp/4) 6:1, 6:7 (9:11), 7:6 (7:5).
Halbfinals:
Alex Bogdanovic (Gb) s. Chiudinelli 7:6, 6:7, 6:3.
Stuttgart - WTA-Turnier (650'000 Dollar/Halle) - Halbfinals:
Tatiana Golovin (Fr) s. Patty Schnyder (Sz/5) 6:1, 5:7, 7:5.
Nadja Petrowa (Russ/4) s. Swetlana Kusnezowa (Russ/2) 6:2, 1:6, 6:4.
Final: Petrowa - Golovin.
Tokio - WTA-Turnier (175'000 Dollar/Hart) - Halbfinals:
Marion Bartoli (Fr/1) s. Camille Pin (Fr) 6:0, 6:1.
Aiko Nakamura (Jap) s. Yung-Jan Chan (Taiwan) 7:6 (7:3), 2:6, 6:4.
Final:
Bartoli s. Nakamura 2:6, 6:2, 6:2.
Taschkent (Usb) - WTA-Turnier (140'000 Dollar/Hart) - Halbfinals:
Sun Tiantian (China) s. Viktoria Asarenko (WRuss) 7:5, 6:4.
Iroda Tuljaganowa (Usb) s. Olga Putschkowa (Russ/6) 6:4, 6:0.
Final: Sun - Tuljaganowa.
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