Tennis
Neunter Grand-Slam-Titel für Federer
Roger Federer hat an den US Open in New York seinen neunten Grand-Slam-Titel gewonnen. Der Baselbieter setzte sich im Endspiel vor 23'000 Zuschauern gegen Andy Roddick in einer hochstehenden Partie mit 6:2, 4:6, 7:5, 6:1 durch. Federer hat damit als erster Spieler zum dritten Mal in Serie das Double Wimbledon/US Open geschafft.
Roger Federer begann vor 23'000 Zuschauern im Arthur-Ashe-Stadion, darunter auf Einladung des Schweizers Golfstar Tiger Woods, stark. Es waren noch keine 20 Minuten gespielt, da führte der Schweizer mit 5:0. Roddick konnte dann mit einem ersten Service-Gewinn und einem Break noch auf 2:5 verkürzen, am 6:2-Satzgewinn Federers änderte dies aber nichts mehr. Federer wirkte hoch konzentriert und äusserst solid in seinem Spiel, der schnelle Erfolg im ersten Durchgang hatte seine Gründe aber auch im schlechten Aufschlagspiel Roddicks, sonst eine der grossen Stärken des Amerikaners. Gerade mal ein Ass liess sich die Nummer 9 des Turniers notieren.
Steigerung von Roddick
Nach dem in 29 Minuten verlorenen Startsatz vermochte Roddick sich zu steigern. Die Quote der «unforced errors» reduzierte er auf ein Minimum (2) und auch sein Aufschlag wurde wieder besser. Gleich im ersten Game schaffte der Schützling von Coach Jimmy Connors zudem ein Break. Diesen Vorteil gab er nicht mehr aus der Hand und sicherte sich mit 6:4 den Satzausgleich.
Hochklassige Partie im 3. Satz
Im dritten Durchgang gewann die Partie weiter an Klasse. Zuerst musste Federer in einem Aufschlagspiel gleich vier Breakbälle abwehren, anschliessend zeigte sich Roddick als Abwehrkünstler und konterte fünf Breakchancen des Schweizers. Auffallend war in dieser Phase weiterhin die niedrige Fehlerquote beider Spieler, die sich ein packendes Duell lieferten. Beim Stand von 6:5 zeigte sich Federer dann im entscheidenden Moment einmal mehr eiskalt: Plötzlich hatte die Weltnummer 1 drei Break-Möglichkeiten, die zweite nützte er und ging mit 2:1 in Führung.
Federer machte den Sack zu
Mit zunehmender Dauer zeigte sich die hervorragende physische Verfassung des Baselbieters. Federer zog gegen einen nun müden und damit erneut fehleranfälligen Roddick schnell auf 5:0 davon. Federer: «In dieser Phase fühlte ich mich phasenweise unbezwingbar.» Nach 2:27 Stunden, in denen der Baselbieter insgesamt 69 Winner schlug und nur 19 Unforced Errors beging, versenkte er den zweiten Matchball mit einem Smash und sank dann auf die Knie. «Das ist ein gewaltiger Grand Slam und ein weiterer grossartiger Moment in meiner Karriere. Ich habe es verdient, mich hinzulegen», sagte er lachend.
Roger Federer - Mann der Superlative
Für Federer ist damit der neunte Grand-Slam-Titel im Trockenen. Insgesamt ist es sein 41. Karriere-Titel, damit zog er in dieser Bilanz mit Landsfrau Martina Hingis gleich. Zudem hat er zum dritten Mal in Serie das Double Wimbledon/US Open geschafft, was vor ihm keinem anderen Spieler gelang. Beeindruckend ist auch Roger Federers Grand-Slam-Final-Bilanz: Zehn Mal stand er in einem Endspiel, verloren gingen dabei nur die French Open in diesem Jahr gegen Rafael Nadal. Federer: «Es war ein sensationelles Jahr. Besser hätte es nicht laufen können, ausser ich hätte die zwei Sätze in Paris auch noch gewonnen.»
Eindrückliche Bilanz gegen Roddick
Gegen Andy Roddick führt Federer im Head-to-Head nun mit 10:1. Der Amerikaner, der zuletzt in einem grossen sportlichen Loch war und erst in den letzten Wochen zusammen mit dem neu verpflichteten Coach Jimmy Connors wieder auf die Erfolgsstrasse zurück gefunden hat, wird sich nach dieser Partie fragen müssen, wie er Federer in Zukunft besiegen will, zeigte er doch eine starke Partie. Mit einem kann er sich aber trösten: Diese Frage stellen sich derzeit im Männer-Circuit bis auf Rafael Nadal wohl alle Akteure. Roger Federer hat in New York einmal mehr seine Vormachtstellung eindrücklich untermauert! (Roland Schneider)
Resultate
Flushing Meadows, New York - Grand-Slam-Turnier (18,585 Mio. Dollar/Hart) - Männer-Einzel, Halbfinals:
Roger Federer (Sz/1) s. Nikolai Dawydenko (Russ/7) 6:1, 7:5, 6:4.
Andy Roddick (USA/9) s. Michail Juschni (Russ) 6:7 (5:7), 6:0, 7:6 (7:3), 6:3.
Final:
Federer (1) s. Roddick (9) 6:2, 4:6, 7:5, 6:1.
Frauen-Einzel, zweiter Halbfinal:
Maria Scharapowa (Russ/3) s. Amélie Mauresmo (Fr/1) 6:0, 4:6, 6:0.
Final:
Scharapowa (3) s. Justine Henin-Hardenne (Be/2) 6:4, 6:4.
Männer-Doppel, Final:
Martin Damm/Leander Paes (Tsch/Ind/6) s. Jonas Björkman/Max Mirnyi (Sd/WRuss/2) 6:7 (5:7), 6:4, 6:3.
Frauen-Doppel, zweiter Halbfinal:
Dinara Safina/Katarina Srebotnik (Russ/Sln/8) s. Lisa Raymond/Samantha Stosur (USA/Au/1) 6:4, 1:6, 6:3.
Final:
Nathalie Dechy/Vera Swonarewa (Fr/Russ) s. Safina/Srebotnik 7:6 (7:5), 7:5.
Mixed, zweiter Halbfinal:
Kveta Peschke/Martin Damm (Tsch) s. Nicole Pratt/Paul Hanley (Au) 6:4, 6:1.
Final:
Martina Navratilova/Bob Bryan (USA/5)s. Peschke/Damm 6:2, 6:3.
Juniorenturniere. Junioren-Einzel, Final:
Dusan Lojda (Tsch/10) s. Peter Polansky (Ka) 7:6 (7:4), 6:3.
Juniorinnen-Einzel, Final:
Anastasia Pawljutschenkowa (Russ/1) s. Tamira Paszek (Ö/11) 3:6, 6:4, 7:5.
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