Federer Special
Federer triumphierte trotz Fehlstart auch in Toronto
Roger Federer setzte sich am Rogers Cup in Toronto viermal in Folge in drei Sätzen durch, kam zum 7. Turniersieg des Jahres und greift diese Woche in Cincinnati nach einem Rekord. Im Final besiegte Federer Richard Gasquet (Fr) 2:6, 6:3, 6:2.
Im Final sah es eine gute halbe Stunde gar nicht gut aus für Roger Federer. Vom Aufschlag im Stich gelassen (nur 44 Prozent erste Bälle im Spiel), wurde der 25-jährige Schweizer vom fünf Jahre jüngeren Franzosen vorgeführt. Federer gewann die Wahl, entschied sich (wie immer) für Aufschlag und ging 1:0 in Führung, verlor danach aber fünf Games in Folge und nach 31 Minuten den ersten Satz.
Schlüssel zum Sieg
Im zweiten Durchgang schien es gleich weiterzugehen, denn Gasquet ging bei Federers erstem Aufschlagspiel sogleich 40:0 in Führung. Federer wehrte im ersten und dritten Game des zweiten Satzes jedoch fünf Breakbälle ab und realisierte dazwischen selber seinen ersten Aufschlagdurchbruch. Diese zehn Minuten erwiesen sich als der Schlüssel zum Sieg. «Wer weiss, wie die Partie ausgegangen wäre, hätte Gasquet das frühe Break im zweiten Satz geschafft», so Federer hinterher.
Keine weitere Breakmöglichkeit
Nach der Startphase des zweiten Satzes kontrollierte Federer die Partie souverän. Gasquet, der in den vergangenen zwei Monaten nebst dem Allianz Suisse Open Gstaad auch noch das Turnier von Nottingham gewonnen hatte, kam zu keiner Breakmöglichkeit mehr. Federer schaffte die Entscheidung im dritten Satz mit Breaks zum 3:2 und 5:2.
Eingermassen frisch
Gleich effizient wie gegen Gasquet trat Federer zuvor auch auf dem Parcours in den Final in dritten Sätzen auf. Dimitri Tursunow (Achtelfinal), Xavier Malisse (Viertelfinal), Fernando Gonzalez (Halbfinal) und Gasquet zwangen ihn zwischen Donnerstagnacht und Sonntagnachmittag viermal über die volle Distanz. «Dennoch», so Federer, «fühlte ich mich vor dem Final einigermassen frisch - viel besser jedenfalls als in Halle (im Juni - die Red.), wo ich ebenfalls viermal hintereinander über drei Sätze gehen musste und alle Spiele hätte verlieren können.»
Mehrere Fliegen mit einem Schlag
Mit dem siebten Turniersieg der Saison (nach Doha, Australian Open, Indian Wells, Key Biscayne, Halle und Wimbledon) schlug Federer mehrere Fliegen mit einem Schlag. In Toronto erreichte er zum 17. Mal hintereinander mindestens den Final. Am French Open 2005 war Federer letztmals vor dem Endspiel (im Halbfinal gegen Rafael Nadal) ausgeschieden. Seither unterlag er in den vergangenen 15 Monaten nur noch zwei Gegnern: viermal Nadal in dieser Saison und letzten November im Masters-Final in Schanghai dem Argentinier David Nalbandian. Diese Woche greift Federer in Cincinnati einen mehr als 20 Jahre alten Rekord Ivan Lendls an, der 1981/82 an 18 Turnieren in Serie den Final erreichte.
54 Einzel und neun Turniere
Auch weitere Serien blieben durch den Turniersieg in Kanada unangetastet: Auf nordamerikanischen Hartplätzen ist Federer seit dem 3. August 2004 unbesiegt; seit der damaligen knappen Niederlage in Cincinnati gegen Dominik Hrbaty gewann Federer 54 Einzel und neun Turniere. Ausserdem vergrösserte Federer im Ranking den Vorsprung auf Verfolger Rafael Nadal um mehr als 800 Punkte auf wieder über 3000 Zähler.
Anspruchsvolle Auslosung in Cincinnati
Mit Argusaugen dürften die Organisatoren des Masters-Series- Turniers von Cincinnati am Sonntag nach Toronto geblickt haben - denn ein federer'sches Forfait für ihr Turnier (für das schon Agassi am Wochenende absagte) schien nach den kräfteraubenden Partien in Toronto nicht ausgeschlossen. Vor zwei Jahren startete Federer trotz des Turniersieges in Toronto in der darauffolgenden Woche in Cincinnati, verlor aber in der Startrunde (gegen Hrbaty) und kam auch an den Olympischen Spielen in Athen nicht weit. In Cincinnati erwartet Federer eine weitere äusserst anspruchsvolle Auslosung: Er beginnt gegen Paradorn Srichaphan und träfe danach auf (Toronto-Halbfinalist) Andy Murray oder Tim Henman. (si)
Resultate
Toronto - Canadian Open - ATP-Masters-Series-Turnier (2,2 Mio Dollar/Hart) - Einzel, letzte Viertelfinals:
Roger Federer (Sz/1) s. Xavier Malisse (Be) 7:6 (7:4), 6:7 (5:7), 6:3.
Fernando Gonzalez (Chile/15) s. José Acasuso (Arg) 6:1, 7:5.
Halbfinals:
Federer s. Gonzalez 6:1, 5:7, 6:3.
Richard Gasquet (Fr) s. Andy Murray (Gb) 6:2, 7:5.
Final:
Federer s. Gasquet 2:6, 6:3, 6:2.
Cincinnati - ATP-Masters-Series-Turnier (2,45 Mio. Dollar/Hart) - Qualifikation - 1. Runde:
George Bastl (Sz) s. Nicolas Lapentti (Eku/12) 6:1, 6:7 (2:7), 6:3.
Davide Sanguinetti (It/2) s. Marco Chiudinelli (Sz) 4:6, 6:3, 6:4.
Los Angeles - WTA-Turnier (600 000 Dollar/Hart) - Viertelfinals:
Maria Scharapowa (Russ/1) s. Dinara Safina (Russ/5) 6:2, 6:4.
Jelena Dementjewa (Russ/3) s. Bethanie Mattek (USA) 4:6, 6:1, 6:1.
Jelena Jankovic (Ser/16) s. Ana Ivanovic (Ser/10) 6:4, 7:6 (8:6).
Serena Williams (USA) s. Meghann Shaughnessy (USA) 6:7 (4:7), 6:1, 6:4.
Halbfinals:
Dementjewa s. Scharapowa 7:5, 6:2.
Jankovic s. Serena Williams 6:4, 6:3.
Final:
Dementjewa - Jankovic.
Stockholm - WTA-Turnier (145 000 Dollar/Hart) - Halbfinals:
Anastasia Myskina (Russ/1) s. Sofia Arvidsson (Sd/4) 6:2, 6:4.
Jie Zheng (China/3) s. Tsvetana Pironkova (Bul) 6:2, 7:6 (7:4).
Final:
Zheng s. Myskina 6:4, 6:1.
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