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Tom Lüthis Meisterstück im letzten Lehrjahr
Mit einer beinahe perfekten Saison hat sich Tom Lüthi 2005 zum Weltmeister in der Achtelliter-Klasse gekrönt. Dass der Schweizer Newcomer des Jahres 2003 jetzt auch zum besten Sportler gewählt wurde, hat er seinem eigenen Willen zur Veränderung zu verdanken - und auch dem eigentlich missratenen Jahr 2004.
Der Ursprung von Lüthis überwältigendem Erfolg ist tatsächlich in der Saison 2004, in der fast ausschliesslich Stürze, Pannen und Verletzungen zu vermelden waren. Nach dieser Saison war für den Emmentaler und sein Umfeld klar, dass sich grundlegend etwas ändern musste. Nach anfänglicher Skepsis nahm Lüthi Hilfe von Fahrinstruktor Andy Ibbott und Mentaltrainerin Marlies Bernhard in Anspruch. Mit einem neuen Techniker-Team um Chefmechaniker Sepp Schlögl startete der Berner Teenager ins Jahr 2005.
Das erste Rennen in Jerez knüpfte zwar nahtlos an das Unglücksjahr an: Tom Lüthi fiel, an zweiter Stelle liegend, mit einem Kolben-Defekt aus. Es sollte allerdings das einzige Rennen bleiben, in welchem für Lüthi keine Punkte herausschauten. Die restlichen 15 Grand Prix beendete der 19-jährige Emmentaler stets in den Top 10 - achtmal stand er auf dem Podest. Den ersten Sieg seiner Karriere feierte er an Pfingsten in Le Mans. Er gewann 2005 insgesamt vier Grands Prix (Le Mans, Brünn, Sepang und Phillip Island), wurde dreimal Zweiter (Mugello, Sachsenring und Motegi) und fuhr einmal (Estoril) als Dritter ins Ziel.
Tom Lüthi hat in seinem dritten und letzten «Lehrjahr» beim Elit- Team gleich sein Meisterstück abgelegt. Die mit nur einem Ausfall beinahe perfekte Saison führte den Schweizer zum ersten Motorrad-WM- Titel eines Einzelfahrers seit Stefan Dörflinger 1985. Auf die Frage, warum bisher alles so gut laufe, antwortete Lüthi bereits Mitte der Saison: «Es brauchte wohl das Jahr 2004. Dieses Tief hat mich stark gemacht.» (si)


