Sports Awards
Simone Niggli Luder: Dominanz dank Akribie und Fleiss
Simone Niggli-Luder dominiert den Orientierungslauf im gleichen Ausmass, wie dies Roger Federer im Tennis tut. Deshalb war es naheliegend, dass die bald 28-jährige Bernerin zum zweiten Mal nach 2003 zur Schweizer Sportlerin des Jahres gekürt wurde.
Niggli-Luders Saison lässt sich in Worten kaum ausdrücken, deshalb einige Fakten: Die Weltranglisten-Erste sicherte sich Anfang August in der japanischen Präfektur Aichi wie bereits vor zwei Jahren an den Heim-WM in Rapperswil-Jona in allen vier Disziplinen die Goldmedaille - es waren ihre WM-Titel Nummern 7 bis 10. Sie gewann zum dritten Mal in Folge den Gesamt-Weltcup und entschied zudem alle drei Wertungen in den Einzeldisziplinen für sich. An den World Games, den «Olympischen Spielen der nicht olympischen Sportarten», holte sie beide Goldmedaillen (Einzel und Staffel), und im OL-Mutterland Schweden wurde sie viermal Meisterin. Nur in einem einzigen Wettkampf in diesem Jahr stand die gebürtige Burgdorferin nicht auf dem Podest - im dritten von sieben Läufen der schwedischen Elitserien, als sie Vierte wurde.
Um eine solche Konstanz in einer komplexen Sportart mit ständig wechselnden Geländetypen hinzubringen, sind aussergewöhnliche mentale Fähigkeiten unabdingbar. Denn trotz ihrer läuferischen Überlegenheit kann sich auch Niggli-Luder keine zeitraubenden Fehler leisten.
Die Dominanz der stets gut aufgelegten Biologin beruht neben Talent auf enormem Fleiss. Die dreifache Europameisterin bereitet sich akribisch auf ihre Ziele vor, lässt kein Detail aus. Vor den diesjährigen Weltmeisterschaften führte sie beispielsweise eine Japan-Runde ein, in welcher sie eine Route mit ständigem Auf und Ab sowie quer durch den Wald lief.
Trotz ihres Erfolgs ist Niggli-Luder auf dem Boden geblieben. Sie ist sich auch nicht zu schade, an den Schweizer Meisterschaften in der Volkskategorie teilzunehmen; in der Elite-Kategorie durfte sie nicht starten, weil sie bereits an nationalen Meisterschaften in Schweden auf Titeljagd gegangen war. (si)


