Tennis
Roger Federer macht das halbe Dutzend voll
Roger Federer hat in beeindruckendem Stil seinen 6. Major-Titel errungen. Im sensationellen US-Open-Final bezwang er Altmeister Andre Agassi nach 2:20 Stunden 6:3, 2:6, 7:6 (7:1), 6:1. »Interview mit Roger Federer »Agassis Lobeshymnen
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Höchststrafe vermieden
Am Schluss ging alles sehr schnell: Federer gab im vierten Durchgang praktisch keine Punkte mehr ab, der 35-Jährige aus Las Vegas hatte resigniert. Andre Agassi konnte bei 0:5 die Höchststrafe vermeiden und die ersten beiden Matchbälle abwehren, vier Punkte später segelte aber ein Return von Agassi ins Out, und Federer nahm die Ovationen der Fans entgegen.
Hochgeschwindigkeits-Spektakel
Andre Agassi hatte aber seinen Teil zu einer denkwürdigen Partie beigetragen. Die mehr als 23'000 Fans im grössten Tennisstadion sahen eine hochklassige Partie. Die beiden besten Hartplatzspieler der Gegenwart boten ein Hochgeschwindigkeits-Spektakel und totalisierten 103 Gewinnschläge, dem gegenüber standen nur 65 Fehler.
Federer alles abgefordert
Agassi, der nach drei Fünfsatz-Siegen in Serie noch sehr frisch wirkte, forderte Federer nach sieben Niederlagen in Serie alles ab. Und der Amerikaner hatte seine Chancen, speziell im dritten Satz: Agassi führte 4:2, 30:0, als er den Breakvorsprung auf unglückliche Art wieder preisgeben musste. Federer hatte dann bei 5:5 vier Breakbälle, die Agassi noch einmal abwehrte. Der Schweizer stellte dann aber mit 11 Punktgewinnen (von 13) die Vorentscheidung sicher. In 24 Stunden hat er damit zwei Tiebreaks gegen die besten Return- Spieler der Welt mit 14:1 Punktgewinnen für sich entschieden.
Becker und Edberg eingeholt
Federer, der eine schier unglaubliche Quote von 76 Prozent erster Aufschläge ins Feld brachte, hat damit nach sechs Major- Finals immer noch eine weisse Weste. Er hat nun unter anderem auch Boris Becker und Stefan Edberg eingeholt. Er hat auch sechs der letzten zehn Grand-Slam-Turniere gewonnen und damit in dieser Zeitspanne eine phänomenale Erfolgsquote von 60 Prozent. Erfolgreicher waren in dieser Beziehung nur Rod Laver (6 von 8) und Björn Borg (6 von 9).
Kompliment von McEnroe
Roger Federer hat als erster Spieler der Open Era zweimal hintereinander das Double von Wimbledon und New York geschafft. Seine Erfolgsserie in Endspielen steht nun bei unglaublichen 23 Finals, zudem hat noch nie ein Spieler mehr Partien in Serie auf Hartplatz gewonnen (35). Ein grosses Kompliment bekam er auch von TV-Kommentator John McEnroe: «Noch nie hat jemand in der Tennisgeschichte die Bälle besser geschlagen.» (si)
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